Sag beim Abschied leise „Servus“

Ich habe mich entschlossen, demnächst meinen Facebook Account zu löschen.

Ich sehe keinen Sinn mehr darin, meine persönlichen Daten weiterhin in die Hände eines selbstbezogenen Jungmilliardär-Nerds zu legen, der mir relativ beratungs- und lernresistent erscheint und bisher nicht durch ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein auffiel.

Beispiel gefällig? Facebook verschiebt die Daten von 1,5 Milliarden Nutzern in die USA, um diese nicht der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) unterwerfen zu müssen. Selbst wenn es sich dabei anscheinend um die Profile von Nicht-EU Bürgern handelt, zeugt es aus meiner Sicht nicht von einem grundsätzlichen Bewusstseinwandel bzw.  sieht nicht wirklich nach „wir haben verstanden“ aus.

Das Nachdenken des Facebook-Chefs darüber, ob man zukünftig für eine Selbstverständlichkeit, nämlich erhöhte Datensicherheit, zahlen soll (nichts andere ist ein „kostenpflichtiger werbefreier Account“), ist für mich quasi der letzte Tropfen.

Und … überhaupt … konnte Facebook mir offen und ehrlich gesagt in >10 Jahren Mitgliedschaft nichts geben, was ich nicht in der Realität eh und besser habe.

Last not least bin ich in bester Gesellschaft.

 

Ich bin weiterhin an zahlreichen anderen Orten im Netz (zum Beispiel hier) sowie im echten Leben sehr gut erreichbar.Winke Winke

Wer sich mir anschließen möchte, schaue hier …
Wie Sie Mark Zuckerberg den Rücken kehren

 

 

In diesem Sinne …
Servus Facebook, …
Hasta la vista, Salut, Ciao, Adé, Tschö mit ö!

Advertisements

Gedanken eines desillusionierten CDU-Mitglieds

Die CDU war immer meine politische Heimat.

Lange Zeit ohne formale Zugehörigkeit. Später auch als Mitglied. Und dann einige Jahre als lokal-kommunal Engagierter.

 

Aber schon seit längerem fühle mich in der Bundespolitik meiner Partei nicht mehr zuhause, habe mich schleichend innerlich von der Bundesebene distanziert.

Angefangen hat es vor vielen Jahren mit „Fremdgehen“ bei der Europawahl. Weil ich die Ansätze der CDU in Richtung eines europäischen Bundesstaates nicht mittragen konnte. OK, zugegeben, es war auch guter Schuss Trotzverhalten dabei, gegen aus meiner Sicht politische Fehlentwicklungen in der Bundespartei. Eine Art schadensbegrenzter, heimlicher Protest. Und in Gesprächen merkte ich, dass ich nicht der Einzige war.

Heute gebe ich aus Verbundenheit dem lokalen CDU-Kandidaten noch meine Stimme. Aber die Partei CDU, meine Partei, wähle ich schon seit langem nicht mehr. Bei der Zweitstimme hat mich die CDU verloren.

 

Dabei bin ich bezüglich ihrer „DNS“, ihrer Grundüberzeugungen, richtig bei der CDU. Im Verständnis von einer ausgewogenen Balance zwischen individueller Freiheit und Beitrag für die Gemeinschaft, von sozialer Marktwirtschaft, von innerer und äußerer Sicherheit, von der Identifikation mit dem eigenen Land und einer Verantwortung für Europa.

 

Aber in der Umsetzung stimmt es für mich nicht mehr. Ehemalige konservative Kernpositionen der CDU, wegen derer ich auch in die CDU eintrat und zu denen ich weiter stehe, sind in den Jahren der Kanzlerschaft schleichend entschwunden.

  • Ich bin für Europa aber gegen einen europäischen Superstaat.
  • Ich bin für den Euro. Aber stark enttäuscht, wie willig Stabilitätskriterien aufgegeben wurden.
  • Ich bin der Meinung, dass jeder seine Rechnungen selber bezahlen sollte bzw. gegen die Vergemeinschaftung von Schulden.
  • Ich bin für die Wehrpflicht.
  • Ich bin für einen höheren Wehretat, um es der Bundeswehr zu ermöglichen, ihre umfangreichen und wichtigen Aufgaben professionell, mit optimaler Ausrüstung und mit Würde zu erfüllen.
  • Ich für Atomkraft. Ich bin gegen die Verspargelung der Landschaft.
  • Ich bin für die Freiheit, die persönliche Erfüllung in der gleichgeschlechtlichen Liebe finden zu dürfen. Aber ich bin gegen die Ehe für alle.
  • Ich bin dafür, dass Männer und Frauen bei gleicher Qualifikation die gleichen Chancen haben. Aber ich bin gegen Frauenquoten.
  • Ich bin für einen starken Rechtsstaat und eine konsequente innere Sicherheit.
  • Ich für die Einhaltung des Rechts, gerade auch in Ausnahme- und Notsituationen.
  • Ich bin für die Aufnahme Schutzbedürftiger, aber nicht der Ansicht, dass jeder aus einem Land mit niedrigerem Lebensstandard als dem deutschen schutzbedürftig ist.
  • Ich bin für den kontrollierten Zugang zu unserem Land, auch von Schutzbedürftigen. Und ich bin der Meinung, dass Grenzen durchaus geschützt werden können.
  • Ich bin für das individuelle Grundrecht aus Asyl, aber gegen eine massenhafte, kollektive Anwendung.
  • Ich bin gegen den Doppelpass.
  • Ich bin für eine deutsche Leitkultur, in dem Sinne wie sie einst von Thomas de Maizière vorgeschlagen wurde (bevor die Idee verleumdet und das Wort zum Kampfbegriff wurde).
  • Ich bin der Überzeugung, dass keine Politik alternativlos ist.

Und das sind nur die Themen, die mir auf die Schnelle einfallen. Alles ehemalige CDU Positionen, die inzwischen entweder in die Tonne getreten, weichgespült oder in CDU-Verantwortung gegenteilig umgesetzt wurden.

 

Oder die CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerin ignorierte einfach CDU-Parteitagsbeschlüsse im Rahmen ihrer „Realpolitik“. Sie ist nicht die Erste, die das macht … aber das macht es auch nicht besser.

Ich weiß, dass eine Partei sich nicht auf Grundüberzeugungen ausruhen darf. Sie muss auch gewählt werden, um umsetzen zu können. Dass es ein Balanceakt ist, Wahlen zu gewinnen, ohne seine Prinzipien zu verraten.

Mir persönlich kommt es allerdings so vor, als wäre genau diese Balance nicht mehr im Lot. Als ginge es in der CDU fast nur noch darum, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt. Im Zweifel für die Wählbarkeit. Inhalte und Überzeugungen scheinen real überfahren werden von der angeblichen „Alternativlosigkeit“ der Bundesvorsitzenden.

Mich irritiert auch die anscheinend völligen Blindheit gegenüber der Tatsache, dass sich seit Jahren mehr und mehr vormals treue CDU Anhänger abwenden. In der Analyse nach Wahlen werden regelmäßig Wechselwählergewinne schön geredet, aber die Wahlabstinenz oder der Verlust von Stammwählern geflissentlich ignoriert. Welch fataler Fehler.

 

An dieser Stelle kommt oft und nicht ganz unberechtigt der Einwand, dass ich mich selber mehr engagieren könnte, mich einbringen und die Ausrichtung der CDU aktiv mitgestalten. Na klar könnte ich das. Allein … es fehlt mir der Glaube.

Wenn ich sehe, dass gestandene Politprofis auf dem Bundesparteitag und im Bundesvorstand hörig jeden inhaltlichen Bruch durchwinken, dass offizielle Parteitagsbeschlüsse unwidersprochen übergangen werden, dann fehlt mir die Überzeugung, dass ausgerechnet mein bescheidenerer Beitrag etwas ändern sollte.

Ich hätte auch ernsthafte Probleme, als Aktiver die CDU Politik nach Außen zu vertreten. Beispielsweise an einem Parteistand in der Diskussion mit den Bürgern die Politik meiner Partei zu verteidigen oder zu erklären. Wie könnte ich das, wenn ich selber in der Breite überhaupt nicht dazu stehe.

 

Alternativen?

SPD … warum sollte ich mich dem Original zuwenden, wenn ich die Kopie nicht mag.

Der FDP stände ich wirtschaftspolitisch sehr nahe. Aber die pseudoreligiöse Überbetonung der persönlichen Freiheit geht mir in Teilen definitiv zu weit.

Die Grünen sind gut in der Problembenennung. Aber viele ihrer Problemlösungen sind aus meiner Sicht definitiv die falschen. Und unregelmäßige bevormundende, ökofundamentalistische Ausbrüche stoßen mich ab.

Der krakeelende Chaotenhaufen der AfD ist für mich unwählbar. Dito die LINKE. Ist für mich alles dieselbe schale Soße.

 

Ich bin heute vor allem wegen der Menschen dort noch Mitglied der CDU. Menschen, die ich schätzen lernen durfte. Sie halten mich weiter in der Partei, mit ihnen fühle ich mich verbunden. Es sind Menschen wie Volker Bouffier, Wolfgang Schäuble, Wolfgang Bosbach, Thomas de Maizière, Roland Koch, Friedrich Merz … und die Vielen, mit denen ich die Freude hatte, auf lokaler Ebene politisch zusammen zu arbeiten.

Aber ich befürchte, sagen zu müssen, dass ich mich sehne nach einer Zeit nach Angela Merkel.

 


In Essen ums Essen … und um Essen herum

Der Vorstand der ‚Tafel‘ in der Stadt Essen hat eine Entscheidung getroffen, die durch Politik und manche Medienvertreter kritisiert wird.

Dabei vermisse ich offen gesagt den gebührenden Respekt.

 

Ich möchte dezent daran erinnern, dass die Engagierten bei der ‚Essener Tafel‘ (genauso wie bei jeder einzelnen ‚Tafel‘ bundesweit) …

  1. Ehrenamtliche sind
  2. die sich persönlich und unentgeltlich in ihrer Freizeit engagieren
  3. und die sich jeden Tag real der sozialen Not stellen, über die sich Andere in Talk-Shows oder Kommentaren – mit vielen schlauen Worten aber weit weg – auslassen

Wenn ein solche sozial engagierte Ehrenamtliche aus der Not heraus eine schwierige aber notwendige Entscheidung treffen, dann sollte das meiner Meinung nach Unterstützung und Hilfe auslösen, und keine Elfenbeindiskussionen.

 

Die „großen Politik“ in der Berliner Blase der „großen Politik“ drückt sich vor schwierigen und notwendigen Entscheidungen bzw. wiederholt reflexartig ausgeleierte Gutmenschen-Phrasen

Aber zeigt mit dem Finger auf die Menschen, die mit Ihren Händen jeden Tag real helfen und Entscheidungen treffen müssen. Und feuern dabei auch noch unbewusst linksfaschistische Fanatiker an, welche Vertreter der Essener Tafel persönlich angehen und Sachbeschädigungen begehen.

 

Siehe auch …

 


Falls Sie die ‚Tafeln‘ nicht kennen, es handelt sich um lokale Vereine engagierter Ehrenamtlicher, die abends abgelaufene Lebensmittel in Supermärkten oder Bäckereien abholen, und am nächsten Tag an Bedürftige verteilen.

Bitte unterstützen Sie die ‚Tafeln‘ bzw. Ihre ‚Tafel‘ vor Ort!

 

Einladung in den Business-Dschungel

In eigener Sache.

Ich habe mich entschieden, Beiträge zum Themenkreis BUSINESSkultur und Work-Hacks in ein separates Blog mit Namen „Business-Dschungel“ auszulagern.

  

Es ist mir in den letzten Monaten immer stärker aufgefallen, dass sich in „VELTENSicht“ zunehmend sehr unterschiedliche Themengebiete abwechselten.

Diese spezielle Mischung spiegelte sicher die Bandbreite dessen ab, das mich persönlich beschäftigt. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Sie sich als Leser in der Regel nur für bestimmte, konkretere Themen interessieren.

Darum habe ich mich entschieden, das Ganze etwas ‚aufzudröseln‘. Die Ausgründung von „Business-Dschungel“ ist dabei ein wichtiger Schritt.

  .

Ich würde mich freuen, Sie auch als Leser von „Business-Dschungel“ gewinnen zu können, vor allem, falls Sie sich bisher vor allem für die Arbeitswelt-relevanten Beiträge interssierten.

Meine persönlichen Gedanken zu Medien, Politik und der Welt finden Sie weiter hier auf „VELTENSicht“.

 

Ihr

Christian Velten

 

P.S.: Übrigens ist „Business-Dschungel“ offen für Gastautoren. Verwenden Sie einfach den Kontakt-Link bei „Business-Dschungel„, falls Sie Interesse haben, und schicken Sie mir eine kurze Nachricht mit Ihrer Idee. Ich würde mich sehr freuen.

Blasen-Gedöns

Wenn ich das Unwort des Jahres 2017 aussuchen dürfte, wäre meine Wahl klar: „Filterblase“.

Was für ein hohler, nichtssagender Begriff. Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen …

  .

In der ‚Filterblase‘ sind immer die Anderen

Das Sein in der „Filterblase“ wird in der Regel denjenigen zugeschrieben, die eine andere Meinung haben. Es ist mittlerweile vor allem ein Kampfbegriff. Eine Killerphrase.

Dabei sitzen Menschen, die Andere in einer „Filterblase“ sehen, oft selber in einer.

Denn …

  .

Jeder sitzt in seiner ‚Filterblase‘

AfD-Wähler, SPD-Mitglieder, Berliner Spitzenpolitiker, Parteivolkzugehörige, Greenpeace-Jünger, Technik-Freaks, Spitzenmanager, Biobauern, Fussballspieler, Gottesdienstbesucher, Netflix-Abonnenten, Tagesthemen-Schauer, Angestellte im öffentlichen Dienst, Freiberufler, Sportschau-Gucker, Arte-Seher, Lehrer, Schüler, …

Alles „Filterblasen“!

Parallelrealitäten, mit jeweils eigenen Gesprächsthemen, Informationsquellen und Wertesystemen. Natürlich auch mit ‚Grenzgängern‘ und teilweise Überlappungen.

Jeder Schüler, der morgens in der Schule und nachmittags Zuhause in zwei verschiedenen Welten lebt, weiß sofort, wovon ich rede. Bei Wissenschaftlern spricht man schon immer vom „Elfenbeinturm“, der nichts anderes ist als eine „Filterblase“. Die Menschen in meinem Heimatdorf wohnen in einer anderen Welt mit anderen Themen, Werten und Interpretationen als die Menschen in Berlin-Kreuzberg. Beide leben in Deutschland, beide leben in ihren eigenen „Filterblasen“. Schon immer.

Denn …

  .

‚Filterblasen‘ hat es schon immer gegeben

Irgendwie scheinen „Filterblasen“ als neues Phänomen des digitalen Lebens gehypt zu werden. Sind sie aber nicht. Wie die oben genannten Beispiele zeigen, leben Menschen auch außerhalb von Internet und Social Media in „Filterblasen“. Haben sie immer schon getan.

  .

Also … „Filterblase“? … so what!

Der Fake-News-Check

Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?
5. Der Fake-News-Check

.

Der letzte Teil der Miniserie ‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘ ist eine Checkliste mit deren Hilfe man mögliche Fake News, Hoaxes und moderne Sagen erkennen kann.

Wenn eine Meldung 4 oder mehr Kriterien erfüllt, ist sie mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Fake News.

Merkmal Ja!
Ich lese die Nachricht in Social Media (z.B. Facebook).
Es wird aufgefordert, die Nachricht zu teilen/weiter zu verbreiten.
Die Nachricht warnt vor irgendetwas.
Die Nachricht stellt überspitzt dar.
Die Nachricht ist emotional geschrieben/verfasst.
Die Nachricht macht mich wütend bzw. regt mich auf.
Die Nachricht verwendet Allgemeinplätze.
Formulierungen sind schwammig oder widersprüchlich.
Die Nachricht ist meinungsstark oder bezieht eindeutig Position.
(aber nicht als Kommentar oder Glosse markiert)
Die Nachricht unterscheidet klar gut/böse und ist wenig differenziert.
Der Charakter von Personen wird „kritisch“ betrachtet.
Es wird eine Geheimorganisation oder eine alles kontrollierende Gruppierung erwähnt.
Datum der Nachricht nicht aktuell oder kein Datum angegeben.
Fehlen Beweise/Belege für einzelne Behauptungen.
Es wird keine Quelle für enthaltene Informationen angegeben.
Wenn ich auf das Link zur Quelle klicke lande ich woanders.
Bei der angegeben Quelle findet sich die Nachricht/Information nicht.
Die angegebene Quelle existiert nicht.
Behauptungen lassen sich nicht verifizieren.
Die Nachricht wird von staatlich kontrollierten Medien verbreitet
(z.B. RussiaToday).
Die  Quelle hat kein Impressum.
Die Nachricht findet sich nur bei einer Quelle
(bzw. bei nahe verwandten Medien)
Bilder passen nicht zum Text.
Bilder sind geklaut und/oder zeigen eigentlich etwas anderes.
Die Nachricht ist bei mimikama.at gelistet.
Der Domainname der URL (Webadresse) passt irgendwie nicht.
Ich habe das Gefühl, dass irgendetwas mit der Nachricht nicht stimmt.

 


Websites, die Fake News listen …

 

„Avenidas“ von Eugen Gomringer

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

Eugen Gomringer

  .

Deutsche Übersetzung:

„Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer“

  .


Warum?

Darum: Berliner Alice-Salomon-Hochschule entfernt Gedicht von Fassade