„Avenidas“ von Eugen Gomringer

avenidas
avenidas y flores

flores
flores y mujeres

avenidas
avenidas y mujeres

avenidas y flores y mujeres y
un admirador

Eugen Gomringer

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Deutsche Übersetzung:

„Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer“

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Warum?

Darum: Berliner Alice-Salomon-Hochschule entfernt Gedicht von Fassade 

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Hier scheitert die schulische Förderung der Naturwissenschaften

Allerorten großes Lamentieren über das nachlassende Interesse deutscher Schüler an naturwissenschaftlichen Fächern. Deutschland geht anscheinend der naturwissenschaftlich-technische Nachwuchs aus.

Kommissionen werden gegründet. Fachreferate in Ministerien eingerichtet. Millionenschwere Förderprogramme aufgesetzt.

Aber ein über Mundpropaganda hinausgehender Erfolg will sich nicht einstellen. Im Vergleich zu den eingesetzten Mitteln sind die Veränderungen sehr bescheiden.

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Eine Geschichte aus dem realen Leben

… bringt uns vielleicht ein stückweit auf die Spur, woran es (auch) scheitern könnte.

Ich kenne eine junge Dame, an der Oberstufe eines deutschen Gymnasiums. Diese Schülerin zeigt ausgesprochene Stärken und Begabungen in Sprachen, in Kreativität, im Umgang mit Menschen.

Mit den naturwissenschaftlichen Fächern hatte sie dagegen immer eher zu kämpfen. Aber sie ist motiviert, neugierig, offen und leistungsbereit.

Aus diesem Grund wählt sie das Fach Biologie als eine thematische Facharbeit ansteht. Sie entscheidet sich bewusst nicht wie viele ihrer Mitschüler für ein leichteres Fach, in welchem sie eine gute Note sicher hätte. Sondern obwohl sie weiß, dass die Biologie nicht ihre Stärke ist, sieht sie das Potenzial über diese Facharbeit ihre Note im Fach zu verbessern. Meiner Meinung nach ein kluger und guter Ansatz.

Sie kniet sich voll rein. Sie wählt ein nicht einfaches Thema aus dem Bereich aktuelle medizinische Innovation, recherchiert, trägt Informationen aus zahlreichen Quellen zusammen, versucht das wissenschaftlich komplexe Thema inhaltlich zu erfassen, holt sich Feedback und diskutiert mit einem verwandten Biologen, und verfasst schließlich selbständig und mit viel Aufwand einen ausgesprochen soliden Text. Am Ende steht eine Facharbeit, die in Form und Inhalt den Vergleich nicht zu scheuen braucht, und die bezüglich Aufwand und Präsentation überdurchschnittlich ist.

So weit so gut.

Die Schülerin gibt die Facharbeit ab und wartet auf die Bewertung durch ihren Biologielehrer.

Längere Zeit später bekommt sie die Arbeit zurück, mit einer eher mittelmäßigen Note, sagen wir beispielsweise 9 Punkten (eine ‚3+‘ für Menschen meiner Generation). Begründung (ich erlaube mir, in meinen Worten zusammenzufassen): 1. etwas zu lang und zu viel, 2. das Literaturverzeichnis ist nicht richtig formatiert.

… … …

Die junge Dame ist nachvollziehbar enttäuscht. Im Gespräch mit ihren Mitschülern erkennen diese außerdem, dass der Biologielehrer offensichtlich keiner Facharbeit mehr als „befriedigend“ gab, während die Facharbeiten beispielsweise im Fach Religion fast durchgehend mit „sehr gut“ bewertet wurden.

Nun: finde den Fehler!

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Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das Interesse von Schülern an naturwissenschaftlichen Themen von Lehrern geweckt wird, die ihre Schüler mitreißen, begeistern und motivieren können. Bei mir selber war es einst so.

Und ich habe keine Ahnung, was den Biologielehrer in unserer Geschichte antrieb. Ich kann nur spekulieren. Vielleicht erkannte er die besondere Situation nicht, die einmalige Chance die naturwissenschaftliche Neugier einer Schülerin zu wecken und zu fördern. Vielleicht hat er ein überzogenes wenn nicht überhebliches Verständnis von der angeblichen Höherwertigkeit der Naturwissenschaften gegenüber anderen Fächern. Vielleicht will er sich durch ‚höhere‘ Qualitätserwartungen und strengere Bewertung im Kollegium abgrenzen. Vielleicht will er nur aus seiner Sicht geeignete Schüler für die Naturwissenschaft selektieren. Vielleicht dachte er, dass eine im Fach sonst eher schwächere Schülerin eine solche Facharbeit nicht ohne fremde Hilfe oder Abkupfern schreiben konnte (ohne es ernsthaft zu prüfen). Vielleicht war er auch selber mit dem recht innovativen Thema der Facharbeit inhaltlich überfordert.

Was immer meiner nicht geringen Vorstellungskraft einfallen will, ich komme immer zu dem einen Schluss: der Mann ist für den Job ungeeignet.

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Lehrer wie dieser richten mehr Schaden für die Lust der Schüler an den Naturwissenschaften an, als es alle Fördergelder und -programme jemals kompensieren könnten.

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8 schnelle Tricks für die tägliche Nachrichtenlektüre (Miniserie ‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘)

Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?
4. Die Quelle

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Das bekommt man immer wieder um die Ohren geschlagen …

Man – möge – doch – bitte – die Quelle(n) prüfen.

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Nur … leichter gesagt als getan!

Soll ich wirklich jedes Mal losrennen und gegenprüfen, ob eine Nachricht oder Information aus einer seriösen Quelle stammt?

Kann ich das? Will ich das?

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Für Profis

… wie Journalisten, professionelle Rechercheure und Analysten gehört eine intensive Quellenprüfung tatsächlich zur täglichen Routine (sollte es zumindest). Wie das Checken der Instrumente vor dem Abflug eines Flugzeuges. Lästig, aber muss halt, wenn man Wert auf Zuverlässigkeit und Qualität legt.

Dabei werden Informationen kritisch hinterfragt und gegengeprüft …

  • Sind enthaltene Kerninformationen plausibel? Kann ein ein Ereignis zu dem genannten Datum überhaupt stattgefunden haben, oder können genannte Personen tatsächlich zum Datum am genannten Ort gewesen sein, etc.
  • Gibt es nur eine einzige Quelle für die Information/Nachricht, oder wird sie durch unterschiedliche Quellen bestätigt?
  • Und ist die Information in den unterschiedlichen Quellen konsistent? Falls es Abweichungen gibt, welche … und warum?
  • Falls es mehrere Quellen gibt, sind diese wirklich unabhängig voneinander, oder hat am Ende nur einer vom anderen abgekupfert?
  • Kann jemand die Nachricht persönlich bestätigen? Ein Beteiligter, ein Zeuge, ein Vertreter einer genannten Institution? Ist diese Person glaubwürdig?
  • Und so weiter und so fort …

Ganz wichtig ist für den Profi auch die Frage „qui bono?; also, wer einen Nutzen von der Streuung der Information/Nachricht zum aktuellen Zeitpunkt haben könnte. Und ob es eine Verbindung zwischen möglichen Nutznießern und der Quelle gibt. Oft sehr erhellend.

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Für meine täglichen Nachrichtenlektüre

… geht das natürlich zu weit. Ich will ja entspannt lesen.

Aber ein paar einfache Dinge gibt es schon, auf die ich achte

  1. Meine Grundeinstellung. Ich mache mir bewusst, dass es keine absolut neutrale Quelle gibt. Ich gehe pauschal davon aus, dass jede Nachricht/Information eine Interpretation enthält.
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  2. Ignoriere Facebook & Co. Soziale Medien eignen sich grundsätzlich nicht als zuverlässige Informationsquellen. Punkt. Leider vermischen sich dort gute Informationen mit einem grossen Haufen Mist. Und es ist wirklich schwierig beides sauber auseinander zu halten.
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  3. Breit informieren. Je nach Zeit und Möglichkeit lese bzw. konsumiere ich unterschiedliche Nachrichtenquellen. Tageszeitung, Wochenzeitung, verschiedene Newsportale, Radiosender und TV-Nachrichtensendungen, und wenn es sich ergibt auch mal gerne eine englischsprachige Zeitung oder Nachrichtensendung gegen den Binnenblick.
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  4. Taucht dieselbe Nachricht bei mehrere seriösen Quellen auf? Lese ich eine Information tagsüber in meiner Zeitungs-App, höre sie später im Radio und sehe sie am Abend in den Nachrichten, schreibe ich ihr eine höherer Zuverlässigkeit zu.
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  5. Was ist die Schnittmenge? Ich achte darauf, wie dieselbe Nachricht in unterschiedlichen Quellen formuliert wird und was trotz unterschiedlicher Interpretation und Schwerpunktsetzung der gemeinsame Kern ist? Welche Informationen sind trotz unterschiedlicher Interpretationen konsistent und immer enthalten?
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  6. Wie ist eine Nachricht geschrieben? Ich achte darauf, wie eine Nachricht verfasst ist. Welche Sprache wird verwendet? Werden einseitig besetzte Begriffe eingesetzt? Ist die Nachricht emotional formuliert (siehe ‚3. Wut‘)? Will sie mich aufregen, mich wütend machen? Gibt es eine „mythische Gruppe“ (siehe ‚1. Die mythische Gruppe‚)? Werden Behauptungen aufgestellt aber nicht bewiesen (siehe ‚2. Beweislastumkehr‚)?
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  7. Keine staatlich kontrollierten/beeinflussten Medien. Haben Informationen von ARD, ZDF, der WELT, der Süddeutschen oder DIE ZEIT für mich einen höherer Stellenwert als beispielsweise von RussiaToday und anderen staatlich kontrollierten Medien.
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  8. Fähigkeit zur Selbstkritik. Für mich haben Nachrichten und Informationen aus Quellen, die Fehler zugeben, eine höhere Wertigkeit. Spricht auch eher für die ARD als für RT.

Und immer wieder: cui bono? …!

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Manipulation durch Emotionen (Miniserie ‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘)

Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?
3. Wut

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Fake News sind oft wütend formuliert … aber wollen auf jeden Fall Wut auslösen. Sie zielen bewusst darauf ab, Emotionen zu erzeugen.

Denn Emotionen und vor allem Wut schalten das sachlich-kritische Nachdenken ab, und verführen dazu, eine Geschichte unreflektiert und ungeprüft weiter zu verteilen. Fake News sind wie Viren, sie wollen anstecken und befallen, Menschen und Gehirne. Und Wut ist Einfallstor und Futter für den Virus.

Wollen Sie Virenfutter sein?

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Ich werde mittlerweile vorsichtig, wenn mich eine Nachricht aufregt, wütend macht, oder traurig, oder betroffen. Merke ich also, dass eine Geschichte oder Nachricht starke Emotionen bei mir weckt, dann halte ich bewusst inne … und hinterfrage und recherchiere nach. Bevor ich einer falschen Geschichte auf den Leim gehe, bloß weil sie mich wütend macht.

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Deshalb:
  • Kopf anschalten und kritisch bleiben
  • bei Geschichten und Nachrichten, die aufregen, vorsichtig werden,
  • und sich nicht von emotionalisierten Bildern oder Geschichten manipulieren lassen

„Beweis mir doch das Gegenteil!“ (Miniserie ‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘)

Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?
2. Die Beweislastumkehr

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Mies aber effektiv.

Etwas behaupten, und beim kritischen Nachfragen kommt ein Spruch wie „beweis mir doch, dass es nicht so ist!“

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Nein, liebe Freunde der Weltverschwörung. Die Beweispflicht liegt grundsätzlich bei demjenigen, der eine Behauptung aufstellt.

Wenn ich behaupten würde, es gäbe einen Mann im Mond, dann müsste auch ich die Existenz eines Mannes im Mond beweisen. Da ich das nicht kann, halte ich meine Klappe, so schön die Vorstellung auch wäre.

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Ich befürchte allerdings, dass sich der typische Verschwörungsanhänger dieser einfach Logik entzieht. Also gibt es weiterhin Bücher über diverse Weltverschwörungen, Merkels Masterplan zur Abschaffung des deutschen Volkes, den Imperialismus von EU und NATO, die Nichtexistenz der Bundesrepublik Deutschland, krankmachende Impfungen, Krebsheilung durch hochdosierte Vitamine, Chemtrails, dass die Amerikaner nie auf dem Mond gewesen wären, die angeblichen Inszenierung von 9/11, die Scheibentheorie , UFOs, Nessie, den Yeti, und möglicherweise auch über einen Mann im Mond.

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Ich muss allerdings zugeben, dass es einen Vorteil gibt, sich auf diese falsche Denke einzulassen. So kann ich ganz entspannt alle Verschwörungsanhänger, Impfgegner, Volksretter, UFO-Jäger, Vitaminfanatiker, etc. zu durchgeknallten, neurotischen Spinner deklarieren … … … beweis‘ mir doch das Gegenteil!

Mythische Gruppen und Geheimorganisationen (Miniserie ‚Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?‘)

Wie erkenne ich Fake News und moderne Sagen?
1. Die mythische Gruppe

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In sozialen Netzwerken kursieren immer wieder Falschmeldungen (‚fake news‘, ‚hoaxes‚) und moderne Sagen.

Diese haben sehr oft als – selbstredend bösen – Protagonisten eine mythische Gruppe, anonym, amorph, und oft ‚geheim'(nisvoll). Beispiele gefällig?

  • „die USA und die CIA“ … ein beliebter Klassiker
  • „der militärisch-industrielle Komplex“ … vormals sehr beliebt in linksintellektuellen Kreisen, ist aber irgendwann irgendwie abhanden gekommen
  • „die Atomkraftlobby“ … die sich allerdings mittlerweile irgendwie selber atomisiert hat
  • „die Pharmaindustrie“ … wobei sich Insider bei der Vorstellung totlachen
  • „die jüdische Weltverschwörung“ … als Vorstellung sehr bekloppt, aber leider unkaputtbar
  • „die Eliten“ … hallo! … gleich mehrere?
  • „die etablierten Parteien“ … gerne von Parteigängern vorgworfen, die sich selber gerade etabliert haben
  • „DIE Lügenpresse“ … warum habe ich dabei immer einen kleinen, grauen, zeternden älteren Herren mit verbissenem Gesicht vor Augen?
  • „DIE Flüchtlinge“ … war in den 50ern schon mal beliebt … jetzt wieder da
  • „DIE Klimalobby“ … aber auch gerne alternativ „DIE Klimaleugner“
  • etc. pp.

Übrigens immer gerne mit dickem, fetten, grossen, dreifach unterstichenem „DIE“ („DIE Pharmaindustrie“ zum Beispiel). Ein verbaler Zeigefinger, fest, bestimmt und unumstösslich ausgestreckt in Richtung des unsagbar Bösen.

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Die mythische Gruppe bzw. Geheimorganisation zeichnet sich dadurch aus, dass sie …

  1. ein Mythos ist, also nicht real existiert,
  2. aber die sich als als fiktive Projektsfläche eignet, um ihr pauschal das ganze Unglück der Welt zuzuschreiben, wie Hexen, Drachen oder die Anhänger Lord Voldemorts,
  3. sich auch keiner gegen Vorwürfe gegen diese Gruppe wehrt, weil sich erstmal gar keiner angesprochen fühlt oder es einfach real niemanden gibt, der sich angesprochen fühlen könnte,
  4. und die Vorstellung der bösartigen, formlosen Masse einen grusligen Schauer erzeugt, ähnlich wie der Anblick des Raubzuges einer wimmelnden Wanderameisenkolonie im brasilianischen Regenwald.

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Ich denk mir nur immer … bei all den vielen aktiven, geheimen Gruppierungen, die alle irgendwie eine Art Weltherrschaft anstreben … müssten die sich doch eigentlich gegenseitig ganz schön ins Gehege kommen, oder?

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Lange Rede, kurzer Sinn:

Verwendet eine Nachricht oder Geschichte eine mythische Gruppe oder Geheimorganisation, dann ist es mit Sicherheit eine ‚fake news‘ bzw. eine moderne Sage (= Lügengeschichte).

Respektlosigkeiten II (im Job)

Eine Analogie.

Nicht Kollegen und Vorgesetze sind das Problem! Sondern man selber …

  • Welche Wertschätzung geben Sie Ihren Aufgaben und Beiträgen im Team?
  • Wann waren Sie selber das letzte Mal stolz auf die eigene Leistung?
  • Wann haben Sie sich selber das letzte Mal gelobt?
  • Oder relativieren Sie regelmäßig selber Ihre Leistungen?
  • Erzählen Sie selber positiv von Ihrem Job … Ihren Aufgaben?
  • Oder wollen Sie lieber nicht auffallen bzw. herausstechen?
  • Wenn sie gefragt werden, was Sie machen, können Sie sofort eine knappe, klare, verständliche, positive Aussage machen, die Ihren Wert für das Team und das Unternehmen offensichtlich macht?
  • Und so weiter …
  • Und so fort …

 

Wie kann man von Kollegen und Vorgesetzten Respekt und Anerkennung für die eigenen Leistungen und Wertigkeit im Team erwarten … wenn man es selber nicht tut?