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Sei ein Fisch!

Heute saß ich mit einem Kollegen beim Mittagessen, und wir sinnierten mal wieder darüber, warum große Unternehmen intern so funktionieren, wie sie eben nun mal funktionieren. Dass man manchmal den Eindruck haben kann, daß überall Steine im Weg liegen, die zwar jeder sieht aber dann doch keiner aus dem Weg räumt.

Aber vielleicht ist das der völlig falsche Ansatz.

Mir kam später das Bild von einem Fisch in den Sinn, der durch rauhes und aufgewirbeltes Wildwasser schwimmt. Womöglich sogar gegen den Strom (s.u.). Wir würden wohl sagen, nun lasst uns erstmal die Steine herausnehmen, damit das Wasser ruhiger fließen kann und wir besser hindurch kommen. Doch dieser Fisch kommt auch ohne diesen strategischen Ansatz gut und relativ mühelos hindurch, und letztlich an seinem Ziel an. Wohl auch schneller und effizienter, wie wenn er erst noch abwarten würde, bis der Fluss beruhigt worden wäre.

Er schwimmt einfach.

Er lamentiert nicht darüber, dass das Wasser so wild sei, und die letzte Re-Org schuld daran wäre. Er ärgert sich nicht über die „undurchdachte Struktur“ des Flusses. Er bleibt er nicht vor jedem Stein stehen und philosophiert darüber, ob der da richtig ist und ob er nicht eigentlich woanders hingehört, und wie man es überhaupt grundsätzlich richtig machen sollte.

Er schwimmt einfach fröhlich um jeden einzelnen Stein drum herum, dran vorbei, darunter durch, vielleicht sogar manchmal mit einem Sprung darüber hinweg … und kommt ans Ziel.

Ich habe mir auch vorgenommen, mehr Fisch zu sein. Mich nicht über  falsche Unternehmensstrukturen und Managemententscheidungen zu ärgern. Sondern einfach jeden einzelnen Tag voran zu geben, vorhandene Möglichkeiten und Gelegenheiten zu nutzen, um Dinge voranzubringen. Nicht über die Nachteile der Rahmenbedingungen zu lamentieren, sondern deren Vorteile zu nutzen. Nicht auf die großen Veränderungen  zu warten, sondern die kleinen Schritte zu gehen. Und nie das eigentliche Ziel aus dem Auge zu verlieren. Denn die Steine sind weder Ziel noch Auftrag …

Nachtrag: Für einen runden Abschluss darf natürlich dieser hier nicht fehlen: „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!“ Wobei das natürlich nicht ganz richtig ist. Fische schwimmen in der Regel einfach dorthin, wo es Futter gibt. Und dabei ist es ihnen tatsächlich ziemlich egal, ob sie dafür mit dem oder gegen den Strom schwimmen müssen. Das ist der richtige Ansatz. Nicht aus Prinzip mit oder aus Prinzip gegen. Sondern unabhängig von der Strömungsrichtung zum Ziel.

Aber jetzt genug fabeliert … 😉

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