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Kurzanleitung Dilettantokratie

Anbei ein satirischer Blick auf die Schlüsselfaktoren zur erfolgreichen Einrichtung einer Dilettantokratie. Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind leider nicht immer zufällig … jedoch selbstverständlich niemals vorsätzlich beabsichtigt.

Mache die Finanzabteilung zum Staat im Staate

Produkte sind überbewertet. Endkunden lediglich propagandistisch nicht irrelevant. Qualität und Produktivität taugen maximal als nette buzz-words für interne Präsentationen. Fixiere die ganze Mannschaft ausschließlich auf das Thema Kosten, und gib der Finanzabteilung freie Hand, ohne jegliche Berücksichtigung des business impacts Ausgaben zu senken. Dann hast Du den halben Weg zur Dilettantokratie schon geschafft.

Besetze Posten kompetenzfrei

Besetze Positionen bevorzugt mit Mitarbeitern ohne belegbare inhaltliche Expertise oder Erfahrung. Fachwissen ist ohnehin komplett überbewertet und fördern maximal Silobildung. Und je weniger Fachkunde jemand mitbringt, umso mehr kann er sich entwickeln (bzw. entwickelt werden), man muss das ja auch einmal positiv sehen.

Besetze Führungspositionen fachkundefrei

Vor allem bei Führungspositionen im unteren Management braucht es keine Fachidioten, sondern potenzielle Querdenker, die viel können,  wenn auch nichts wirklich richtig, aber vor allem im Aufgabenbereich des Teams, das sie führen sollen, möglichst wenig inhaltliche Ahnung haben. Diese werden garantiert so dermaßen quer denken …

Breche Silos auf

OK, zugegeben, keiner weiß eigentlich wirklich, was so ein „Silo“ ist oder wann man als solches qualifiziert. Aber es hört sich gut an. Und man kann beliebigen Abteilungen oder Mitarbeitern jederzeit aus dem Stand „Silobildung“ vorwerfen. Im Endergebnis erreicht man mit dem „Silo“-brechen zumindest die völlige Zerstörung und Auflösung jeglicher Fachkompetenzcluster.

Strukturiere regelmäßig um

Je öfter desto besser, allerdings mindestens alle zwei Jahre. Bloß keine Ruhe aufkommen lassen, in der sich irgendjemand häuslich einrichten und konstruktiv arbeiten könnte. „Disruptive Innovation“ ist momentan sowieso ein Hype. Also, je mehr „Disruption“ desto mehr Innovation. Ist doch logisch!

Verzichte auf Change Management

Change Management ist eh nur was für Kopfgesteuerte. Aber bitte nicht falsch verstehen. Auf die business slides für’s Management und die betroffenen Mitarbeiter gehört das Thema absolut selbstredend. Aber in der realen Implementierung brauchen echte Macher das nicht.

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