Wo beginnt eine Reform?

Die Reform beginnt an der Spitze. Die Treppe muss von oben gekehrt werden.

Hermann Simon

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Der größte Fehler von BigPharma wenn es SmallPharma kauft

Was macht ein kleines Pharmaunternehmen attraktiv, um von einem großen Pharmaunternehmen gekauft zu werden?

Antwort: Ein oder mehrere innovative Produkte, bereits erfolgreich auf dem Markt oder zumindest sehr vielversprechend, welche die Pipeline des Großen wieder etwas füllen oder sogar den schnellen Markteintritt in ein neues, zusätzliches Therapiegebiet erlauben.

 

Wieso ist das kleine Unternehmen bzw. sind die Produkte des kleinen Unternehmens so erfolgreich?

Antwort: Der Erfolgsfaktor der kleinen innovativen Pharmas sind sehr proaktive, mutige, selbständige und kreative Mitarbeiter, was sich auch in einer überdurchschnittlichen Produktivität und Innovationskraft abbildet. Im kleinen Unternehmen müssen oft sehr wenige Mitarbeiter ein Produkt zur Marktreife bringen bzw. auf dem Markt erfolgreich machen. Das geht nur mit gelebter Effizienz und innovativem, unkonventionellen Denken.

 

Warum sind die Mitarbeiter im kleineren Pharmaunternehmen so innovativer und effizienter?

Antwort: Weil Strukturen, Kommunikationsstil und gelebte Kultur im kleineren Unternehmen es erlauben. Weil dieses oft deutlich agiler, informeller, offener und kollaborativer ist als BigPharma.

 

Fazit: Was Big Pharma kauft, ist ein vernetztes Dreigestirn aus innovativem Produkt, innovativen Menschen und innovationsfördernder Kultur.

 

Und was macht Big Pharma aber in der Regel, wenn es den kleineren Partner integriert?

Die neue Mutter stülpt der innovativen, kreativen, flexiblen Struktur, ihren konventionellen, prozessorientierte, trägen, unflexiblen Standard über … und zerstört so direkt im Ansatz 2/3 der teuer eingekauften Wertschöpfungskette.

Nach erfolgreicher Integration ist dann die vormals innovativ-kreativ-flexible Kultur zerstört, Produktivität und Effizienz passen sich dem großkonzertanten Mittelmaß an, viele wichtige Mitarbeiter verlassen frustriert das Unternehmen, es findet ein erheblicher Verlust an Know-how und Produktkenntnis statt, und die eingekaufte Produktlinie enttäuscht irgendwann schließlich die Erwartungen. Quelle surprise.

 

Finde den Fehler!

Der schlimmste Fehler

„Der schlimmste Fehler in diesem Leben ist, ständig zu befürchten, dass man einen macht.“

Elbert Hubbart

Selbstlob tut gut

Also … ganz im Vertrauen … ich lobe mich selbst. Nicht immer, aber immer wieder. Und es tut mir gut.

Ich lobe mich für kleine genauso wie für große Erfolge. Wenn etwas so wie geplant funktioniert hat. Wenn ich Meilensteine und Budget eingehalten oder sogar übererfüllt habe. Dann freue ich mich wie ein Schneekönig, bin stolz auf mich selbst, und sage mir das im Stillen auch: „Velten, hast Du gut gemacht!“

Jetzt ist es nicht so, dass ich von Anderen keine Anerkennung bekommen würde. Ich hatte meistens das Glück, Kollegen und Vorgesetzte zu haben, die mich und meine Leistung anerkannt und wertschätzen. Ich empfand dies immer als Privileg. Denn ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist und viele ohne diese Wertschätzung durch Andere auskommen müssen.

Und gerade dann ist es umso wichtiger, sich selber Anerkennung zu geben, die eigene Leistung selbst anzuerkennen. Die Freude über den eigenen Erfolg hat für mich auch etwas mit Selbstwert zu tun; der Wert, den ich mir selber gebe.

Offen gesagt dachte ich lange, es wäre völlig normal, sich über die eigene Leistung zu freuen. Selbstverständliches Mittel intrinsischer Motivation. Lob ist erwiesenermaßen der beste Motivator. Wenn ich mich selber lobe, motiviere ich mich selber. So empfinde und erlebe ich es. Das hat mich durch viele schwierige Situationen getragen.

Doch mittlerweile habe ich gelernt, dass es alles andere als normal und selbstverständlich zu sein scheint. Mir begegnen immer wieder Menschen, die ein echtes Problem damit haben, sich selbst zu loben, die eigene Leistung wertzuschätzen.

Ich denke aber, dass Erfolge nicht selbstverständlich sondern meist hart erarbeitet sind. Deswegen darf man auch selber stolz darauf sein! Nicht die selbstverliebte und gockelhafte Form des Eigenlobs … sondern berechtigtes inneres Selbstlob für reale Leistung. Kein Stolz, der die eigene Person überhöht. Sondern die Freude, dass man etwas Gutes abgeliefert hat.

Wenn ich mich selber und meine Leistung nicht wertschätze … warum sollten es Andere tun?

Don´t go Schiphol!

Nachdem ich vor kurzem gelernt habe, dass nette Tipps unter Kollegen neuerdings „Work-Hacks“ heißen, will ich es mir nicht nehmen lassen, auch einmal einen Work-Hack beizutragen.

Also, hier kommt’s …

Bei Business-Flügen mit Zwischenstopp wird immer wieder auch Amsterdam Schiphol als Umsteigeplatz angeboten. Schiphol ist eines der grössten europäischen Drehkreuze für Flugdestinationen weltweit.

Aber wenn Sie Amsterdam-Schiphol als Umsteigeplatz vermeiden können … tun Sie es!

Tranfers @Schiphol wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.

  1. Das Flugfeld ist riesig, und zwischen Landebahn und Gate kurvt der Flieger nach der Landung immer locker 15-20 Minuten durch das niederländische Flachland.
  2. Der Flughafen ist riesig, und Ankunft- und Abflug-Gates sind offenbar grundsätzlich an den jeweils entgegengesetzten Ecken arrangiert.
  3. Zu allem Überfluss muss man im Transfer auch nochmals durch eine Sicherheitskontrolle. Wenn’s blöd läuft, stehen da 500 Touristen mit großem Gepäch, wie mir schon einmal passiert.
  4. Anschlussflüge warten nicht. Dafür werden am Großflughafen Schiphol einfach zu viele Starts abgewickelt. Das ist eng getaktet.

Ich habe es mal kurz überschlagen. Zeitbedarf für Transfer = 15-20 Minuten für’s Cruisen auf dem Rollfeld + 10-20 Minuten fürs Offboarden (je nach Sitzplatz) + 15-30 Minuten Rennen (je nach Konstitution) + 5+x Minuten Sicherheitskontrolle + 2-10 Minuten Rennen zum Abflug-Gate … und die (frühere) Boarding-Time ist noch gar nicht berücksichtigt. Fazit: Bei Transferzeiten unter einer Stunde rennt man … weit! … und wenn der Flieger nur etwas verspätet ist, verpasst man in der Regel seinen Anschluss.

Also: Don’t go Schiphol!

Und es beschwer‘ sich keiner, ich hätte nichts gesagt …

Über Life-Hacks und Work-Hacks

„Live-Life-Hacks“ von Markus Rohwetter in der ZEIT #09 2017. Genial geschrieben, nichts hinzuzufügen, macht Spaß, zu lesen. Ich erlaube mir, zu zitieren …

Jede Zeit hat ihre Floskeln. Und wenn Sprachforscher die 2010er Jahre irgendwann einmal auf ihre Worthülsen hin untersuchen sollten, stoßen sie sicherlich auf Hacks. Inspiriert von der gesellschaftlichen Leitfigur des Hackers, umschreibt das Hacken eine Tätigkeit, die vorher noch nie getan wurde. Zumindest nicht so. Oder unter dieser Bezeichnung. Bei Life-Hacks zum Beispiel.

Man kann ein zerknittertes Sakko in den aufsteigenden Wasserdampf eines heißen Duschbades hängen, damit die Falten rausgehen. Das ist ein Life-Hack. Irre, oder? Hätte Großmutter das empfohlen, wäre ihr gut gemeinter Rat als „Omas Haushaltstipp“ belächelt und ignoriert worden. Als Life-Hack jedoch ist er sehr nützlich. Nicht zu verwechseln sind Life-Hacks übrigens mit Live-Hacks, wo Hacker live, also in Echtzeit, etwas hacken. Live-Life-Hacks sind durchaus möglich. Wenn Sie zum Beispiel einem Hacker zuschauen, der genau in diesem Moment sein zerknittertes Sakko in eine Dusche hängt, dann ist das einer. Ja, die Zeiten sind aufregend.

Natürlich gibt es noch viele andere Hacks. Über Work-Hacks werden sogar schon Bücher geschrieben. Man kann im Büro bunte Post-its mit seinen Gedanken vollschreiben und an die Wand kleben. Oder sich mit den Kollegen kurz im Stehen besprechen, statt sich hinzusetzen. Work-Hacks setzen disruptive Energien frei und erschließen Kreativitätspotenzial.

Dass zur guten Arbeit gutes Essen gehört, hat sich auch herumgesprochen und ist ebenfalls ein Work-Hack. Und natürlich regieren auch in Küchen und Kantinen längst die Hacker. Nicht jene Menschen, die das Betriebssystem eines Thermomix tunen können. Sondern Leute, die wissen, wie man Blätterteig macht. Wahnsinn. Ein Food-Hack der Premiumklasse. Ebenso wie der, dass man ein Dutzend Marshmallows gleichzeitig grillen kann, wenn man sie auf die Spitzen einer Laubharke steckt. What a time to be alive.

Markus Rohwetter, DIE ZEIT, Ausgabe 9/2017 v. 23.02.2017

Der harte Dackel

Eine Geschichte aus dem wahren Leben. Von Joe, einem Mittelmanager in einem großen Industrieunternehmen mit klarer Karrierebereitschaft.

Joe fällt während seiner Zeit in einer konkreten Führungsposition eigentlich nicht besonders auf, etwa durch mutige Projekte oder die Bereitschaft, notwendige schwierigen Entscheidungen zu treffen. Beides wird als potenzielles Risiko angesehen. Besser nichts tun, als potenziell etwas Falsches tun, das einen Makel für die geplante Karriere hinterlassen könnte. Er verhält sich relativ ruhig, will nicht anecken.

Dann aber! … zum Ende seiner Amtszeit in der aktuellen Rolle, markiert Joe plötzlich den großen Macker. Er dreht noch einmal voll auf! Er präsentiert sich – vor allem gegenüber seinen Linienvorgesetzen – als Macher, als harter Hund, der schwieriges anpacken und taffe Entscheidungen fällen kann. Es geht dabei gar nicht um die Sache. Es geht nicht um schwierige Entscheidungen, die aufgrund einer Situation notwendig wären. Sondern es geht ausschließlich um eine Selbstdarstellung als „harter Hund“. Es ist auch durchaus effizienter, lediglich in den letzten 3 Monaten den starken Max zu spielen, als sich 2-3 Jahre reinzuhängen. Der letzte Eindruck bleibt hängen.

Nun ist es kurz vor dem Verlassen einer Position natürlich leicht, in Aktionismus zu verfallen … denn es ist relative risikofrei. Joe muss die Konsequenzen seiner Entscheidungen ja nicht mehr selber tragen, sondern sein Nachfolger. Und er muss sich mit den Menschen, über die er ganz „taff“ entscheidet, nicht mehr auseinandersetzen.

Insofern ist der angeblich so „harte Hund“ Joe eigentlich ziemlich feige. In Wirklichkeit nur ein ‚harter Dackel‘. Mit grosser Klappe wenn es nicht darauf ankommt, kurzen Beinen, mit denen sich keine großen Sprünge machen lassen, sowie einer begrenzten Weitsicht.