„Produktliteraturdatenbank“ (PLD) – Was ist denn das schon wieder?

switch to English versionPharmazeutische Unternehmen müssen zwangsläufig regelmäßig – wenn nicht sogar permanent – die zu ihren Produkten publizierte Literatur analysieren. Nicht nur, weil sie bezüglich Arzneimittelsicherheit (Verarbeitung von wirklich jeder irgendwo erwähnten ungewünschten Nebenwirkung) und medizinischer Information (Beantwortung von Produktfragen durch Ärzte oder Apotheker) gesetzlich dazu verpflichtet sind. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Literatur ein wahrer Schatz an Daten und Erkenntnissen bezüglich des Produktverhaltens im echten Leben. Marketing, Competitor Intelligence, Produktinnovation, und vieles mehr können enorm davon profitieren.

Doch wir sprechen hier von einem gigantischen Pool von Millionen von Publikationen aus tausenden von wissenschaftlichen Fachzeitschriften, der jeden einzelnen Tag weiterwächst. Ad-hoc-Recherchen verursachen deutliche Kosten:

  1. Professionelle Literaturdatenbanken sind ziemlich teuer, und der Markt wird von einigen wenigen Anbietern dominiert, die manchmal wie Monopolisten auftreten.
    (und um es (wiedermal) klar und deutlich zu sagen: Nein, PubMed qualifiziert definitiv nicht, vor allem wegen der dünnen Abdeckung und des relativ gering aufbereiteten Inhaltes.)
  2. Präzise Antworten durch manuelle Suche und Auswertung der wissenschaftlichen Literatur zu finden, ist extrem zeitaufwendig. Und je billiger die Quelle, desto mehr (teurer) Arbeitsaufwand ist notwendig.

 

Die Lösung

Sogenannte „product literature databases“ (PLDs) or „corporate literature databases“ liefern systematisch Wissen, was über die eigenen Produkte publiziert wurde und wird … viel effizienter und produktiver als hochredundante und parallele individuelle Ad-hoc-Literaturrecherchen.

PLDs sind quasi Teilmengen der weltweiten Literatur, die nur solche Publikationen einschließen, die sich mit einem Produkt des Unternehmens beschäftigen. Typischerweise werden sie entweder von automatischen Suchagenten (Suchprofilen) gefüllt, oder durch Feeds von Datenbanklieferanten.

Gut designte PLDs bieten außerdem noch Mechanismen, um Publikationen zu bewerten, Annotationen hinzuzufügen und beim Finden definierter Ereignisse ein Signal zu geben.

 

Externe PLD-Anbieter

Das in Großbritannien ansässige Unternehmen Pi2 solutions Ltd. ist ein etablierter Lieferant für maßgefertigte PLD-Lösungen spezielle für Pharma und Biotech. Das Unternehmen wurde allerdings in diesem Sommer von ProQuest Dialog gekauft. Pi2 unterstützt traditionell vor allem Pfizer, und seit 2009/2010 auch Wyeth (wo vorher OvidSP® als Tool für individuelle Literaturrecherchen im Einsatz war). Ein Poster, das beim „9th Annual Meeting of the International Society for Medical Publication Professionals“ präsentiert worden war könnte einen Einblick in die grundsätzliche Vorgehensweise und Funktionalität geben. Darüber hinaus gibt es keine öffentlichen Informationen darüber, welchen Markterfolg bzw. Marktanteile Pi2 effektiv hat. Ich bin ziemlich gespannt, wie sich die neue Zusammenarbeit unter dem Dach von ProQuest  auswirken wird.

Die großen B2B Anbieter für Informationsdatenbanken und -dienstleistungen, wie Reed Elsevier, Thomson Reuters und Wolters Kluwer, die faktisch den Massenmarkt für Literaturrohdaten dominieren, sind weitere potenzielle Kandidaten, um Pharmaunternehmen PLDs anzubieten. Vor allem Elsevier hat bereits ein deutliches Interesse gezeigt, Industriekunden mehr kundenindividuelle und ausgereiftere Dienste anzubieten. Vor kurzem baute Elsevier eine Art maßgeschneiderten Produktliteraturdienst für die Pharmakovigilanz von Sanofi durch eine Kombination der hauseigenen Datenbankinhalte mit der QUOSA Literaturmanagement-Software.

 

Unternehmensinterne PLDs

Die Novartis Gruppe hatte bereits seit den späten 60ern eine eigene interne PLD, anfangs noch auf Karteikarten. Die zuletzt „eNova“ genannte Lösung war die ausgereifteste und leistungsstärkste PLD, die ich jemals gesehen habe. Novartis sammelte die Literatur über ihre Produkte nicht nur, sondern führte eine detaillierte Auswertung der beinhalteten Produkterkenntnisse und klinischen Ergebnisse durch. Im Ergebnis war die Novartis-PLD in der Lage, sehr präzise Antworten auf die unterschiedlichsten Aspekte des Produktverhaltens im echten Leben zu liefern … quasi auf Knopfdruck. „eNova“ wurde von der Novartis Ende 2013 schließlich eingestellt und abgeschaltet, obwohl interne Analysen einen deutlich positiven Effekt auf die Produktivität und individuelle Zeiteinsparungen von 93% und mehr  für produktbezogene Informationsrecherchen und -analysen belegt hatten.

Roche besaß vormals ebenfalls eine interne PLD, ähnlich zu „eNova“. Diese war bereits einige Jahre zuvor abgeschaltet worden. Als „Nebeneffekt“ verlagerten sich Produktliteraturrecherchen und der zugehörige Arbeitsaufwand vervielfältigt in die Fläche der Organisation. Beispielsweise musste nach dem Wegfall jede Länderniederlassung einen eigenen Ersatz für die Dienstleistung organisieren, um Pflichtaufgaben, wie medizinische Information, sowie nationale regulatorische Anforderungen erfüllen zu können. Es versteht sich von selbst, dass diese Aufsplitterung unterschiedlicher Lösungen und Ansätzen nicht wirklich produktivitätssteigernd bzw. kostensenkend war.

Einige Zeit später, als die negativen Effekte der Entscheidung, die interne PLD abzuschalten, immer deutlicher und offensichtlicher wurden, versuchte die Roche, die interne PLD zu reaktivieren. Dies scheiterte jedoch, da ein 2-stelliger Millionenbetrag in CHF notwendig gewesen wäre, für den niemand das Budget genehmigen wollte.

Übrigens war diese Betrag deutlich höher als der Weiterbetrieb einer nichtabgeschalteten PLD gekostet hätte.

 

Warum haben PLDs so ein schlechtes „standing“?

Wenn man die Entwicklungen bei Novartis und Roche anschaut, fragt man sich unwillkürlich, warum die dortigen PLDs trotz offensichtlicher Vorteile für das Unternehmen abgeschaltet wurden? Tatsächlich gibt es für den sinnvollen Betrieb von internen PLDs Abhängigkeiten und Rahmenbedingungen, die momentan gelebten Managementprinzipien manchmal zuwiderlaufen.

  1. PLDs brauchen Nachhaltigkeit und langfristige Planung. Die momentan gelebte Managementpraxis in Pharmaunternehmen – zumindest den großen – ist jedoch eher kurzfristig und sprunghaft. Ohne strategische Verankerung der PLD besteht die Gefahr, dass die PLD – wie andere interne Services – eine kurzfristigen Budget- oder Strukturentscheidung zum Opfer fällt. Dies ist im Fall der PLD allerdings besonders fatal, da PLDs – im Gegensatz zu anderen internen Services – nicht ebenso kurzfristig einfach wieder angeschaltet werden kann.
  2. PLDs sparen in der Fläche. Es ist ein fatales Dilemma. Als zentraler Service fallen die Kosten der PLD in der Regel auf dem Konto einer (globalen) Geschäftseinheit an, die nicht unbedingt selber davon profitiert. Die Einspareffekte bezüglich höherer Produktivität, wegfallende Kosten für externe Dienstleister, Synergieeffekte, etc. pp. wirken aber in der Fläche, bei ganz anderen Geschäftseinheiten. Das heißt, Budget und Nutzen sind organisatorisch entkoppelt. Insgesamt hat das Unternehmen zwar eine enormen Vorteil und eine Einsparung. Nur leider ist das immer seltener der Blick bei „provinziellen“ Budgetentscheidungen.
  3. PLDs sind IT, sind sie nicht. Selbstverständlich brauchen gute PLDs eine leistungsfähige IT-Infrastruktur, Datenbanken, und so weiter. Dadurch besteht die Gefahr, dass PLDs vorschnell in der IT verortet werden. Dort gehören sie meiner Meinung nach aber nicht unbedingt hin. Ich brauche auch einen PC zum Arbeiten, bin aber kein Programmierer. Zur intelligenten Implementierung einer PLD gehört für mich eine klare Verortung im Business, allenfalls an einer klar gesetzten Schnittstellenfunktion zwischen Business und IT.
  4. PLDs haben als zentrale Funktion stark. Nur dann können sie die erzeugten Synergieeffekte voll ausspielen. Im Gegenzug scheint es aber in pharmazeutischen Unternehmen in regelmäßigen Wellen, und jetzt gerade wieder, eine Tendenz zu geben, Aufgaben in die Fläche zu verteilen. Der Gedanke ist dann „Wir sparen bei Global die Kosten für die PLD, und jeder macht das ein bisschen mit.“ Witziger Gedanke … der allerdings fatale Auswirkungen auf die Produktivität der Mitarbeiter hat.
  5. PLDs sind oft von Informationsexperten für Informationsexperten designed. Das hat zum Teil historische Gründe. Passt aber nicht mehr zum heutigen Einsatzumfeld in pharmazeutischen Unternehmen. In den letzten 10-15 Jahren wurde die Anzahl ausgebildeter Information Professionals in  den Pharmaunternehmen konsequent heruntergefahren. Dies bedeutet auch, dass sich die unternehmensinternen PLD-Nutzer deutlich Richtung Fachexperten (z.B. Mediziner) ohne explizite Erfahrung in der Nutzung professioneller Informationstools verschoben haben. Und ich habe bisher kaum eine PLD gesehen, die diese neuen Nutzergruppen bezüglich Usability adäquat bedient.

 

Fazit

Eine eigene PLD, intelligent designed und implementiert, kann den ständigen Bedarf an Wissen, was über die eigene Produkte publiziert wird, zuverlässig decken, Probleme mit regulatorischen Anforderungen und Behörden vorbeugen und gleichzeitig die Produktivität im Unternehmen erhöhen.

Doch zu „intelligent designed und implementiert“ gehören auch eine langfristige, strategische Verankerung im Unternehmen sowie ein ausreichender Grad von Unabhängigkeit von kurzfristigen Entscheidungen und taktischen Veränderungen im Unternehmen. Das kurzfristige Abschalten einer etablierten internen PLD kann versteckte aber deutliche Kosten für das Unternehmen verursachen, und war in allen bekannten Fällen ein nichtumkehrbares zurück auf Null.

Eine der aktuell wichtigsten Herausforderungen für PLDs ist, durch zielführende und intuitiv zu bedienende Interfaces, Medizinern und anderen Nichtinformationsprofis einen effizienten Zugang zu Antworten anzubieten. Die Abstimmung über den Erfolg erfolgt mit den Füßen … bzw. den Tastaturen.

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Ukraine-Konflikt – Wer hat recht?

Momentan bedrängen uns zur Krise in der Ukraine Unmengen an Meldungen, Bildern, Eindrücken, Informationen und Meinungen. Dabei gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen den Botschaften, die von westlichen Medien und Politiker verbreitet werden, und solchen der russischen Medien und Politiker.

Woher weiß man aber, welchen Informationen man trauen kann? Wie findet man die Wahrheit? Wem soll man glauben?

Informationsprofis nutzen bestimmte Fragen, um der Wahrheit zumindest näher zu kommen. Beispielsweise …

  • Wie ist die Quelle einer Information zu bewerten?
  • Welche Ausdrucksweise wird verwendet? Tendenziös oder nüchtern? Parteinehmend oder sachlich?
  • Können Informationen/Meldungen aus einer Quelle durch andere, idealerweise unabhängige Quellen verifiziert/bestätigt werden?
  • Was wird nicht berichtet? Was wird nicht gesagt? Welche (Teil)Informationen fehlen?
  • Gibt es Schnittmengen/Überlappungen zwischen unterschiedlichen Meldungen und Berichten? Was bleibt als gemeinsamer Kern?
  • Welche Protagonisten (Hauptpersonen) gibt es? Was weiß man über diese? Wie ticken die? Welchen Nutzen haben diese an konkreten Ereignissen oder bestimmten Meldungen?

 

Eine weitere Frage ist meiner Meinung nach besonders wichtig, und wird oft nicht oder nicht richtig gestellt. „Qui bono?“ Bei jeder Meldung, jeder Information, jedem Ereignis sollte man sich fragen, wer eigentlich einen oder sogar den effektiven Nutzen davon hat. Einen Nutzen davon, dass bestimmte Dinge passieren, einen Nutzen von der Verbreitung ausgewählter Nachrichten und Informationen, einen Nutzen, dass andere Dinge im Dunkeln bleiben. Die Antwort auf die Nutzen-Frage kann sehr erhellend sein.

Ich möchte nun gerne einige der obigen Fragen stellen, um mich der Antwort zu nähern, wem man glauben kann, welche Informationsquellen vertrauenswürdiger und zuverlässiger sind, als andere. Dabei bewerte ich jedes Qualitätsmerkmal und jeden fehlenden Eigennutzen mit einem grünen Punkt (grnsqare), sowie jeden Qualitätsmangel und jeden Eigennutzen mit einem roten (redsqare). Der Daumen zeigt das Fazit. (Die Daumenmarkierung steht dabei ausschließlich für die resultierende Gesamtbewertung als Quelle, und darf nicht als politische Bewertung missverstanden werden.)

OK, los geht’s …

 

Ukrainische RegierungSchlechte Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Die ukrainische Regierung führt einen aktiven militärischen Kampf gegen innere und – mit gegebener Wahrscheinlichkeit – auch äußere Feinde. Dies beinhaltet den parallelen Propagandakriegredsqare Meldungen werden teilweise instrumentalisiert oder tendenziös interpretiert. redsqare

Qui bono?

Weder der ukrainische Staat, noch die ukrainische Bevölkerung und Gesellschaft, noch der ukrainische Präsident scheinen irgendeinen direkten oder indirekten Nutzen bzw. Vorteil von der Krise zu haben. grnsqare Im Gegenteil. Die junge noch wackelige Demokratie kann sich nicht entwickeln. Radikale werden gestärkt. Die die Kosten für militärische Unternehmungen verschärfen die Finanzkrise des Landes. Auch die Position des ukrainischen Präsidenten wird durch eigene Verluste, zivile Opfer und Waffenstillstandsverhandlungen zunehmend geschwächt.

Allerdings hat die ukrainische Regierung durchaus einen potenziellen Nutzen von Fehlinformationen, die im Rahmen der Propagandaschlacht mit Russland die eigene Position stärken. redsqare

 

Russische SeparatistenSchlechte Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Als aktive Kriegspartei trägt diese Quelle kaum neutralen Informationen oder Fakten bei. redsqare Es gibt keine unabhängige Berichterstattung, und Journalisten werden aktiv und teilweise mit Gewalt an ihrer Arbeit und der professionellen Informationsermittlung vor Ort behindert. redsqare Alle Meldungen sind stark selektiert und tendenziös interpretiert. redsqare Daher sind Informationen aus dieser Quelle primär als Propaganda einzuordnen

Qui bono?

Die sogenannten russischen Separatisten, hier vor allem die militanten und militärisch aktiven, sind in wesentlichen Teilen ehemalige Kriminelle und gesellschaftlicher Bodensatz ergänzt um eingesickerte russische Kombattanten. In ihrer neuen Rolle erleben die Separatisten eine Macht, die sie unter normalen Umständen nie haben würden, und sie können unbehelligt ihre Neigung zu Gewalt, Unterdrückung und Plünderung ausleben. redsqare Diese Gruppe weiß, dass sie diese „Privilegien“ in einer zurückgekehrten ukrainischen Zivilgesellschaft verlieren würden. Daher werden sie vermutlich so lange wie möglich am de facto anarchistischen Zustand in von ihnen besetzten Gebieten festhalten. redsqare

 

Russische RegierungSchlechte Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Der russische Präsident und seine Regierung sind durch zuletzt belegte, überführte Falschinformationen und vorsätzliche Unwahrheiten keine verlässlichen Informationsquellen. redsqare Der russische Präsident hat nachgewiesenermaßen bereits bei der Annexion der Krim vorsätzlich gelogen, betreffend des Einsatzes russischer Soldaten auf ukrainischem Staatsgebiet. Und das russische Verhaltensschema in der Ostukraine ist sehr ähnlich dem zuvor auf der Krim gezeigten.

Der Kreml scheint hochaktiver Mitspieler im parallelen Propagandakrieg zu sein. Meldungen und Informationen werden seitens der russischen Regierung kontrolliert, selektiert, instrumentalisiert und teilweise tendenziös interpretiert. redsqare Der russische Präsident ist als ausgebildeter Geheimdienstmitarbeiter Experte für verdeckte Operationen, Informationsmanipulation und psychologische Spielchen. redsqare Darauf wurde er über viele Jahre konditioniert, das  ist seine Welt. Es ist naheliegend, dass er – vor allem unter Druck – instinktiv auf das zurück fällt, was er gelernt hat und gut kann. Sehr spannend fände ich eine ergänzende professionelle Analyse der vom russischen Präsidenten gezeigten Körpersprache.

Das Rating für die russische Regierung wird zusätzlich verschlechtert, da verstärkt breite Meinungseinflussnahme in Internetmedien hinsichtlich der russischen Position durch sogenannte „Trolle“ beobachtet wird. Die ungewöhnlich starken und systematischen Troll-Aktivitäten – vor allem bezüglich Themen rund um die Ukrainekrise – lassen sich weniger durch eigeninitiativen Patriotismus des Schwarmes erklären … sondern vor allem durch koordinierte, gelenkte Propagandamaßnahmen des Kremls. Letzteres wird von der Süddeutschen Zeitung bestätigt. redsqare

Qui bono?

Russland hat einen direkten Nutzen am Ukrainekonflikt, denn dieser setzt ein Zeichen russischer Stärke gegen die aus seiner Perspektive zu starke Annäherung westlicher Bündnisse an sein Territorium. redsqare Darüber hinaus gewinnt Russland durch die Annexion der Krim sowie eine mögliche Annexion ostukrainischer Gebiete zusätzliches Staatsgebiet. redsqare Eine Annexion – oder eine Unabhängigkeit als Zwischenstufe – ostukrainischer Regionen würde für Russland darüber hinaus das Problem der fehlenden Landverbindung zur Krim lösen. redsqare

Erstmal nutzen alle Dinge, die Russland nutzen, nutzen auch dem russischen Präsidenten Putin als einem der Hauptprotagonisten des Konfliktes, weil dadurch innenpolitisch seine Machtposition stabilisiert wird. redsqare Ein äußerer Feind (und sei es ein konstruierter) fördert Zusammenrücken und Zusammenhalt im Inneren. Und das ist vor allem zum Nutzen des russischen Präsidenten, der sich in den Monaten zuvor zunehmend mit innenpolitischen Kritikern und Demokratisierungsbewegungen auseinandersetzen musste. Die Ukrainekrise ist auch großartige innenpolitische Imagepropaganda für Putin, da sie seine Darstellung als starker Mann und echter Kerl unterstützt. redsqare

 

Russische MedienSchlechte Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Auch russische Medien (einschließlich ihres staatlich finanzierten, internationaler Ablegers „RussiaToday“) sind nicht neutral, und nach meiner Beobachtung im parallelen Propagandakrieg professionell instrumentalisiert. Meldungen werden selektiert und einseitig interpretiert. redsqare Selbst russische Journalisten und Medienvertreter, die zur Zeit in deutschen Medien auftreten, wirken nicht wirklich frei in ihren Aussagen und fallen durch zu überlegte Wortwahl und ausweichendes Taktieren auf. redsqare Es drängt sich vereinzelt der Eindruck auf, dass sie aktiv in Propagandastrategien eingebunden sein könnten.

Erschwerend kommt hinzu, dass in Russland faktisch keine umfassende Presse- und Informationsfreiheit existiert. Kritische Journalisten wurden in den letzten Jahren bedroht, misshandelt, in ihrer Berufsausübung behindert oder sogar ermordet. redsqare Alle großen Medien sind direkt oder indirekt unter Einfluss oder Kontrolle der russischen Regierung und nicht unabhängig. redsqare Belegt falsche Informationen durch die russische Regierung werden von den Medien vor Ort nicht hinterfragt, kritiklos übernommen und verbreitet. redsqare Nachweise für Fehlinformationen, die nicht in das gewünschte Gesamtbild passen, werden ignoriert oder unterschlagen.

Interessant ist auch die Selbstdefinition beispielsweise von RussiaToday, „brings the Russian view on global news„. Hier wird ganz offen gesagt, dass neutrale, unabhängige Berichterstattung gar nicht der Auftrag ist, sondern einseitige Interpretation. redsqare

Im Ergebnis sind Informationen durch russische Medien hinsichtlich Richtigkeit und Qualität mit großer Vorsicht zu genießen, und diese Quellen sind bezüglich Qualität und Wahrheitsgehalt niedrig einzuordnen.

Qui bono?

Für russische Medien und ihre Vertreter stehen unter starkem Druck, regierungskonform zu berichten. redsqare Ihr Nutzen ist, dass sie nur dann keine Übergriffe fürchten und ihren Beruf ausüben können.

 

Deutsche Regierung (exemplarisch für Westeuropa)Gute Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Die deutsche Regierung, sowie Vertreter derselbigen, verhält sich in meiner Bewertung ausreichend abwägend und ausgeglichen. grnsqare Sie versucht, trotz klarer Sympathien für die ukrainische Demokratiebewegung und Ablehnung der Angriffe auf die staatliche Integrität der Ukraine, die Tür zu anderen Konfliktparteien offen zu halten und auf Aktivitäten ausgewogen zu reagieren.

Qui bono?

Diese Quelle hat keinen ersichtlichen Nutzen von der Krise oder Fehlinformationen. grnsqare

 

Deutsche MedienGute Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Deutsche Medien – wie die meisten mittel/westeuropäischen – qualifizieren durch Vielfalt und Bandbreite grnsqare, Unabhängigkeit und Freiheit der Berichterstattung grnsqare sowie Kontakte und Netzwerke vor Ort als zuverlässige Informationsquellen grnsqare. Sie besitzen eine – im Einzelfall mehr aber im Mittel – ausreichende Distanz zu Regierung und politischen Organisationen grnsqare, und begleiten diese seit Jahrzehnten in bewährt kritischer Berichterstattung.

Qui bono?

Deutsche Medien haben keinen ersichtlichen Nutzen von der Krise oder Fehlinformationen. grnsqare

 

Osteuropäische EU- und NATO-MitgliedsstaatenQuelle mit guten und schlechten Aspekten

Qualitative Einordnung als Quelle

Osteuropäische Staaten wie Polen, Litauen, Estland und Lettland sind – vor allem emotional – nicht neutral. Sie fühlen sich in Ihren Befürchtungen und Ressentiments gegenüber Russland bestätigt. redsqare Informationen über die Ukrainekriese aus diesen Ländern sind sicherlich durch den unmittelbaren Erfahrungshorizont und die regionale Nähe sehr hochwertig grnsqare, sollten aber grundsätzlich auf unbewusste unterschwellige Botschaften geprüft werden.

Qui bono?

Osteuropäische EU- und NATO-Mitgliedsstaaten fühlen sich latent von Russland bedroht. Die aktuelle Krise unterstützt ihre Forderungen nach mehr Schutz,  stärkerer NATO-Präsenz und unter Umständen auch nach mehr finanzieller Unterstützung. redsqare

 

Europäische Union (EU)Gute Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Die EU hält sich als Informationsquelle sehr bedeckt und zurückhaltend. grnsqare Auf politischer Ebene verurteilt sie Kriegsverbrechen beider Seiten grnsqare sowie offensichtliche Völkerrechts- und Vertragsverletzungen, die bisher ausschließlich von Russland begangen wurden.

Qui bono?

Die EU hat keinen ersichtlichen Nutzen von der Krise oder Fehlinformationen. grnsqare Im Gegenteil, die politische Gesamtsituation hat sich deutlich verschlechtert und die Folgen von notwendigen Wirtschaftssanktionen gegen Russland schwächen auch den EU-Raum. grnsqare

NATOGute Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Die NATO verfügt durch moderne Aufklärungsmethoden über Informationen und Belege grnsqare, die sie bereits vereinzelt veröffentlicht hat, so z.B. der Nachweis von Artillerieeinheiten, die von russischem Boden aus auf ukrainisches Staatsgebiet feuern. Darüber hinaus ist die NATO wichtige Informationsquelle für großräumige russische Truppenpräsenzen und -bewegungen im Grenzgebiet zur Ukraine. Grundsätzlich besteht bei militärischer Aufklärung und Informationssammlung, wie im Fall der NATO, das Problem, dass bestimmte Informationen nicht öffentlich gemacht werden (können), also vorsätzlich selektiert werden, da die Information selber Rückschlüsse auf die Art und Technologie der Beschaffung erlauben würde. redsqare

Qui bono?

Die NATO hat keinen ersichtlichen Nutzen von der Krise oder Fehlinformationen. grnsqare Im Gegenteil. Das Abkommen der NATO mit Russland ist gefährdet, in Folge könnte sich die Bedrohungslage verschlechtern. grnsqare Und die NATO sieht sich mit zunehmenden Forderungen seitens osteuropäischer Mitgliedsländer nach stärkerer militärischer Präsenz konfrontiert, was aufwendige Umstrukturierungen, Mehrausgaben und strategische Neuplanungen zur Folge haben wird. grnsqare Summa summarum: kein nutzen, nur mehr Stress.

 

UNOUnklare Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Die UNO taucht als Informationsquelle kaum bis nicht auf. Sie scheint durch die Präsenz der Konfliktpartei Russland sowie des wirtschaftlichen Nutznießers China im Sicherheitsrat blockiert.

Qui bono?

Die UNO als Organisation hat keinen ersichtlichen Nutzen von der Krise oder Fehlinformationen. grnsqare Unter Umständen besteht die Gefahr, dass einzelne UNO-Mitglieder die Organisation instrumentalisieren. redsqare

 

OESZEGute Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

Die OSZE gilt als neutrale Quelle für Informationen aus Krisengebieten. grnsqare

Qui bono?

Diese Quelle hat keinen ersichtlichen Nutzen von der Krise oder Fehlinformationen. grnsqare

 

ChinaUnklare Quelle

Qualitative Einordnung als Quelle

In der Ukrainekrise fällt China bisher – zumindest sichtbar – nicht als Informationsquelle auf.

Qui bono?

Viel interessanter ist allerdings die Nutzenbetrachtung. China, welches sich in Zeiten von Wirtschaftssanktionen durch die westliche Welt dem russischen Staat und dortigen Unternehmen als alternativer Handelspartner anbietet. China hat eindeutige wirtschaftliche, unter Umständen sogar strategische Vorteile durch die aktuelle Situation. redsqare Politisch hat dies zur Folge, dass China beispielsweise diplomatische Verurteilungen  russischer Aggressoren verhindert und Embargos konterkariert. redsqare Dadurch fördert China indirekt eine weitere Eskalation durch Russland, weil dieses – zumindest kurzfristig – keine schmerzhaften Sanktionen befürchten muss, quasi einen Freibrief bekommt.

Zusammenfassung

  1. Der russische Präsident und seine Regierung sind als überführte Lügner keine verlässlichen Fakten- und Informationsquellen. Russische Separatisten sind ebenfalls ein Totalausfall.
  2. Dem ukrainischen Präsidenten und seine Regierung konnten bislang keine vergleichbaren Täuschungen oder Unwahrheiten nachgewiesen werden. Unabhängig davon sind diese aber als Quelle ebenfalls vorsichtig zu sehen, da sie in keiner neutralen Position sind.
  3. Russische Medien qualifizieren ebenfalls nur sehr eingeschränkt als verlässliche Informationsquellen. Sie kommen ihrem Selbstverständnis als einseitige Interpretatoren der Ereignisse sehr professionell nach.
  4. Deutsche Medien (sowie andere west- und mitteleuropäische) qualifizieren in der Summe als weitestgehend verlässliche Informationsquellen. Sie bilden eine Bandbreite an Meinungen ab, und sind gleichzeitig bezüglich der Fakten und Informationen über die aktive militärische Beteiligung Russlands in der Ukraine konsistent untereinander und mit anderen Quellen.
  5. Internationale Organisationen, wie die EU, die NATO und die OSZE, haben keinen ersichtlichen Nutzen vom Konflikt oder an der Verbreitung von Fehlinformationen. Sie qualifizieren daher bis zum Beleg des Gegenteils als zuverlässige Informationsquellen.

Ich denke, nach dieser Analyse fällt die Entscheidung leichter, wem man bzw. Informationen welcher Seite man mehr trauen kann.

 

Meine abschließende persönliche Bewertung der Situation in der Ostukraine:

  • Die Ansicht, dass Russland militärisch aktiv an der Ukrainekrise beteiligt ist, wird von zahlreichen als qualitativ zuverlässig bewerteten Medien weltweit vertreten, und unter anderem bestätigt von unabhängigen Korrespondenten vor Ort, von der EU, der NATO und der OSZE.
  • Geleugnet werden die militärischen Aktivitäten Russlands auf ukrainischem Boden ausschließlich von Russland selber und russischen Medien vertreten, und von keiner unabhängigen und qualitativ zuverlässigen Quelle bestätigt. Der russische Präsident hat sich als überführter Lügner bezüglich des Einsatzes russischer Soldaten während der Krim-Annexion selber diskreditiert.
  • Die Aussagen und Informationen von EU, NATO, OSZE und westlichen Medien überlappen in wesentlichen Teilen, so dass von einem wesentlichen wahren Kern auszugehen ist.
  • Für die Aussagen Russlands gibt es ganz deutliche Überlappungen mit den russischen Medien. Aber nur mit russischen Medien … und nahezu ohne Abweichungen! Abweichungen, die normalerweise bei unabhängiger, pluralistischer und kritischer Berichterstattung zwangsläufig sind.
  • Qui bono? – Antwort: einen Nutzen an der Krise sowie an Fehlinformationen über russische Aktivitäten haben im überwiegenden Maße Präsident Putin, Russland und die sogenannten russischen Separatisten.
  • Die Rolle Chinas als „hidden player“ und indirekter Nutznießer ist noch schwierig zu bewerten. Eine tiefergehende Analyse könnte sehr spannend sein.

 

Zum Weiterlesen …

Fallstricke bei bibliographischen Recherchen

Mit einer bibliographischen Recherche sucht man das Abstract oder den Volltext einer wissenschaftlichen Publikation. Dabei hat man die entsprechende Zitatangabe zumindest teilweise oder sogar vollständig vorliegen (also Autoren, Publikationsjahr, Titel, Name des Journals, Nummer von Volume und Ausgabe und/oder Seitenzahlen).

Es gibt ein paar bekannte Fallstricke bei bibliographischen Recherchen, die ich hier gerne mit Ihnen teilen möchte.

Meine 6 Fallstrick-Vermeider für bibliographische Suchen …

1. Nehmen Sie immer grundsätzlich Tippfehler an

Gehen Sie immer davon aus, dass es Schreib- und Tippfehler gibt. In Ihrer Notiz mit den Zitatangaben, oder im Datenbankeintrag der Publikation, oder sogar in der Originalpublikation. Schon eine geringe Abweichung beim Titel beispielsweise (Bindestrich zu wenig, verschlucktes Plural-„s“ am Ende, fehlende Worte, Abkürzungen, alpha/α, etc.pp.) kann Sie bei einer wiederholt scheiternden Suche verzweifeln lassen.

2. Verwenden Sie bei der Suche nie Sonderzeichen

Falls Sie der Publikationstitel, den Sie suchen wollen, irgendwelche Sonderzeichen enthalten sollte, einschließlich Bindestrich, Doppelpunkt, Semikolon, Klammern, griechische Buchstaben und so weiter und so fort,  dann nutzen Sie ausschließlich die Teile des Titel ohne solche und verbinden Sie diese mit dem Bool’schen Operator UND.

Beispiel:
„Oral fingolimod (FTY720) in relapsingremitting multiple sclerosis (RRMS): 2Year αData efficacy results; the phase III FREEDOMS I trial“
sollte im Titelfeld so recherchiert werden
„Oral fingolimod“ AND „multiple sclerosis“ AND „efficacy results“ AND „the phase III FREEDOMS I trial“

Es gibt allerdings auch Literaturdatenbanken, die mit Klammern, Bindestrich und Co. ganz gut umgehen können, wenn man sie phrasiert.

Beispiel:
„Oral fingolimod (FTY720) in relapsingremitting multiple sclerosis (RRMS)

Übrigens. Nicht-lateinische Buchstaben (z.B. griechische) werden in Literaturdatenbanken in der Regel auf das entsprechende lateinische Zeichen gesetzt (α -> a) oder ausgeschrieben (α -> alpha). Ähnliches gilt für nationalsprachliche Sonderzeichen, wie beispielsweise die französischen accents (à, á, â), die in Literaturdatenbanken ggfls. auf „a“ gesetzt sein können.

3. Trauen Sie Publikationstiteln nicht

Auch wenn der Titel einer Publikation der schnellste Weg sein kann, die zugehörige Referenz zu finden, zweifeln Sie ihn grundsätzlich an. Falls Sie nichts mit dem Ihnen vorliegenden Publikationstitel finden sollten, heißt das noch lange nicht, dass es die Publikation nicht gibt. Beim Übertragen schleichen sich oft Fehler ein, oder die Ihre Quelle kann schlicht falsch gewesen sein.

Auch unterschiedliche Schreibweisen für griechische Buchstaben, Zahlen (3, III, drei), Sonderzeichen oder Abkürzungen sowie unterschiedlich gesetzte Leerzeichen sind potenzielle Variationen bzw. Fehlerquellen.

Falls Sie für die Suche nicht auf den Titel verzichten können, dann ist eine Lösung, nicht den gesamten Titel zu verwenden, sondern nur ein Teilstück, welches zuverlässiger (da weniger Variationsmöglichkeiten) erscheint.

Beispiele:
„Oral fingolimod (FTY720) in relapsingremitting multiple sclerosis (RRMS): 2-Year αData efficacy results; the phase III FREEDOMS I trial“
könnte im Titelfeld so recherchiert werden
„Oral fingolimod (FTY720) in relapsingremitting multiple sclerosis

4. Suchen Sie ausschliesslich Nachnamen von Autoren

Für einen wissenschaftlichen Autor mit dem imaginären Namen „Jean-Paul Sartre“ beispielsweise würde man in verschiedenen Literaturdatenbanken unterschiedlichen Schreibweisen finden:

  • Sartre Jean-Paul
  • Sartre Jean Paul
  • Sartre, Jean-Paul
  • Sartre; Jean-Paul
  • Sartre, J-P
  • Sartre, J.-P.
  • Sartre J.-P.
  • Sartre JP
  • Sartre, JP
  • Sartre, Jean
  • Sartre Jean P.
  • Sartre, Jean-P.

Manchmal findet man sogar in derselben Datenbank Variationen des Namens ein- und desselben Autors. Es ist allerdings offensichtlich, dass der Nachname eine zuverlässige und konsistent verwendete Angabe ist.

5. Verwenden Sie nur wenige Angaben für die Suche

Selbst wenn Sie das komplette Zitat wissen, wird in den meisten Fällen eine Suche nur mit dem Nachnamen des Erstautors, dem Publikationsjahr und der ersten Seitenzahl ausreichen. Damit reduzieren Sie das Risiko von unbeabsichtigten, zufälligen kleinen (Tipp-)Fehlern bei der Suche.

Beispiele:

  • Nachname des Erstautors und die erste Seitenzahl (und gegebenenfalls noch das Publikationsjahr) können schon ausreichen
  • Volumenerste Seitenzahl und Publikationsjahr können schon ausreichen
  • Volume, Ausgabe und erste Seitenzahl können schon ausreichen

6. Vermeiden Sie Journalnamen

Suchen Sie nur nach Journalnamen, wenn es keine andere Möglichkeit der Identifizierung gibt.

Aber behalten Sie im Hinterkopf, dass es – ähnlich wie bei den Autorennamen – Variationen des Journalnamens geben kann. Beispielsweise, „Proceedings of the National Association of Science“, „Proc Nat Assoc Sci“, und „PNAS“. Verwenden Sie lieber klarere Suchparameter, wie Volumen, Ausgabe oder Seitennummern.

So, und nun viel Erfolg

… mit Ihrer nächsten Recherche! Wenn Sie diese 6 einfachen Grundregeln berücksichtigen, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen. Oder …

  • Haben Ihnen diese Tipps nicht geholfen?
  • Haben Sie selber den ein oder anderen alternativen  Trick auf Lager?

Dann teilen Sie Ihre Erfahrung doch mit uns, und schreiben Sie einen kleinen Kommentar …

Kontrolliert Google bereits Ihr Business?

switch to English versionKnowledge Review von „Relevance ranking on Google – Are top ranked results really considered more relevant by the users?“ von Nadjla Hariri in Online Information Review 2011 35 (4), pp. 598-610.

(Onlinezugang setzt Subskription voraus)

Sie wären überrascht (und schockiert) darüber, wie oft Google als wesentliche oder sogar alleinige Informationsquelle im Businessalltag verwendet wird. Im schlimmsten Fall selbst für strategische oder geschäftskritische Entscheidungen. Und viele sind absolut davon überzeugt, Google würde ihre Bedürfnisse mehr als ausreichend befriedigen. Das Problem ist allerdings, dass man nie weiss, was man nicht weiss.

OK … kein „Google-bashing“ … Google ist nicht schlecht. Vorausgesetzt man behält immer im Hinterkopf, womit man arbeitet, und setzt es dementsprechend richtig ein. Google suggeriert, eine Antwort zu geben. Aber tatsächlich tut es das nicht. Google stellt nur eine Liste mit Quellen (=Webseiten) zur Verfügung, auf denen die richtige Antwort stehen könnte.

Dabei gibt es eine fundamentale Einschränkung bei den Google Ergebnissen: deren Reihenfolge, und damit die unterschwellige Bewertung als mehr (weit oben auf der Liste) oder weniger wichtig (weiter unten auf der Liste). Doch die Treffer weiter oben auf der Rangliste bieten keinesfalls zwangsläufig eine zuverlässige Antwort, noch zwangsläufig eine umfassende Antwort, noch zwangsläufig überhaupt die richtige Antwort. Die Webseite mit der besten Antwort (bzw. überhaupt der richtigen) kann auf Seite 4 oder Seite 11 der Ergebnisse versteckt sein. Aber – seien wir ehrlich miteinander – Google-Nutzer gehen sehr oft nicht über Seite 1 oder 2 der Trefferliste hinaus. Oder wie ist das bei Ihnen?

Das ist auch an sich kein Problem, wenn man – sagen wir mal – den nächsten Kinobesuch mit seiner Partnerin plant, oder die Karte des Zoos sucht, oder das tatsächliche Alter von Lady Gaga wissen möchte. Aber es ist potenziell geschäftsschädigend und gefährdet das Unternehmen, wenn Entscheidungen auf den Ergebnissen oberflächlicher Google-Suchen basieren. Sie geben dann die Verantwortung für Ihr geschäftliches und unternehmerisches Handeln ab … an einen verfälschenden Bewertungsalgorithmus, der ausserhalb Ihrer Kontrolle ist.

Nun gut, das grundsätzliche Problem und die potenzielle Gefahr sind lange bekannt. Aber manchmal unterliegen Menschen der Versuchung, dies unterzuberwerten oder zu ignorieren. Beispielsweise infolge einer grundsätzlichen Tendenz, Zeitdruck nachzugeben, Dinge zu stark zu vereinfachen und pauschalisieren, oder schnelle Antworten fundierten vorzuziehen. Aber nun wurde die Problematik erneut durch harte Fakten belegt. Eine aktuelle Studie von Nadja Hariri über den patentierten Google PageRank Mechanismus ergab …

  • Dokumente, die von Nutzern als die wichtigsten („most relevant“) bewertet wurden, lagen an Positionen 5 (höchster Wert), 1, 2, 18, 20, und 36 – trauen Sie also nicht der Reihenfolge
  • die durchschnittlichen Werte der Google-Trefferlisten-Seiten 1-4 für die Präzision (bezüglich der wichtigsten Dokument) lagen mit 38,82% bis 31,18% alle relativ nahe beieinander – ignorieren Sie also niemals Treffer, die weiter unten auf der Liste stehen
  • alles in allem war die Korrelation zwischen der Bewertung der Nutzer und der von Google durchgehend eher niedrig
  • „es ist für Benutzer von Suchmaschinen, besonders Google, besser, mindestens drei oder vier Seiten der Trefferlisten durchzuschauen“ (übersetzt aus dem Englischen)

Hariris Schlussfolgerung: „Benutzer bewerten gefundene Information auf solch subjektive Weise, dass die Bewertung der Suchmaschine gar nicht in völliger Übereinstimmung mit diesen Relevanz-Auffassungen sein kann“ (übersetzt aus dem Englischen). Suchmaschinen sind einfach noch sehr weit davon entfernt, menschliche Gehirne adäquat ersetzen zu können. Obwohl mehr als ein Jahrzehnt vergangenen ist, schliesst Hariri sich immer noch Hawking et al. (1999) an, die feststellten, dass „der Standard des von öffentlichen Web-Suchmaschinen produzierten Dokumenten-Rankings ganz und gar nicht Stand-der-Technik ist“ (übersetzt aus dem Englischen).

Passen Sie also auf! Trauen Sie den Relevanzbewertungen und der Reihenfolge der Trefferlisten nicht. Und achten Sie darauf, dass Google nicht Ihr Geschäft in die Hand nimmt.

Wo findet man hochqualitative Patentinformationen?

switch to English versionFür viele IP-Schaffenden ist es eine echte Herausforderung, zu wissen wo und wie man auf aktuelle und hochqualitative Patentinformationen zugreifen kann.

OK, für einfache Suchen, wie beispielsweise nach einer Patentnummer, einem konkreten Erfinder oder Anmelder, einer bekannten Patentüberschrift, und so weiter, gibt es eine Reihe einfach zu nutzender Internetquellen, die durch nationale und internationale Patentämter zur Verfügung gestellt werden. Beispielhaft nenne ich esp@cenet (EPODOC), DEPATISnet und die USPTO Datenbanken.

Eine weitere spannende Quelle für einfachere Recherchen – vor allem im Kontext pharmazeutische Entwicklung –  ist DrugPatentWatch. Allerdings leider kostenpflichtig.

Für komplexere Informationsrecherchen jedoch, wie nach dem nach umfassendem FTO, bei einer Patentverletzung oder für eine angestrebte Patentannullierung, für eine Patentportfolioanalyse oder statistische Auswertungen, braucht es noch besser Hilfsmittel für die Durchführung effizienter(!) und letztlich erfolgreicher Recherchen. In diesen Fällen konsultieren Profis hochspezialisierte Datenbanken bei Datenbankhosts wie STN, Lexis-NexisDialog und anderen.

Aber was ist ein „Datenbankhost“? Hosts bieten einen zentralen Zugang zu vielen Datenbanken unterschiedlicher Produzenten. Die wesentlichen Vorteile liegen darin …

 

  • Hosts geben Zugang zu professionellen Datenbanken, die verbesserte, hoch-qualitative und zuverlässige Patentinformation zur Verfügung stellen,
  • Hosts bieten eine einheitliche und zentrale Suchoberfläche, über welche die Nutzer ganze Gruppen (selbst)ausgewählter Datenbanken simultan durchsuchen können,
  • Sie können jederzeit selber entscheiden, welche Datenbank(en) sie aus dem Gesamtbestand miteinbeziehen möchten,
  • Sie müssen bei vielen Rechercheaufgaben weitgehend nicht mehr auf individuellen Datenstrukturen und -logiken einzelner Datenbanken Rücksicht nehmen, da ein datenbankübergreifendes harmonisiertes Datenmodell angeboten wird,
  • die Daten verschiedener Datenbanken sind teilweise miteinander verknüpft,
  • und … es gibt nur eine Rechnung.

Der Hauptnachteil der Hosts ist, dass sie nicht umsonst sind, und dass man in der jeweiligen spezifischen kommandozeilebasierten Retrieval-Sprache geübt sein sollte. Denn erst diese sogenannten Retrievalsysteme bieten wirklich leistungsstarke Such- und Analysetools. Die Hosts sind sich dieser Hürde durchaus bewusst, und sie versuchen seit Jahren über alternative Lösungen neue Kunden zu gewinnen, welche nicht so firm mit professionellen Retrievalsprachen- und -systemen sind. Beispielsweise offerieren sie immer öfter webbasierte Suchmasken. Doch, um ganz offen zu sein … ich habe bisher keine Suchmaske für professionelle Fachdatenbanken gesehen, welche auch nur annähernd vergleichbar vielseitige und effiziente Funktionalitäten bieten konnte, wie eine Retrievalsprache.

Welchen Host sollte ich verwenden?  Die meisten Hosts haben einen inhaltlichen Schwerpunkt. STN konzentriert sich auf naturwissenschaftliche Informationen (Biotech, Pharma, Ingenieurswissenschaften, Werkstoffkunde, usw.), Dialog auf Business und Marktinformationen und Lexis-Nexis auf Rechtsinformationen. Interessanterweise bieten die meisten Hosts auch Patentdatenbanken, da dieser Bereich einer der lukrativsten ist … ein Schelm, der Arges dabei denkt. Ich selber habe im Kontext Pharma/Biotech sehr gute Erfahrungen mit STN gemacht, vor allem, da inhaltliche verwandte Informationen (wie Fachliteratur, Firmenprofile, Marktnachrichten, chemische Information) ebenfalls dort verfügbar und oft querverlinkt war. Delphion (vormals IBM patent server, jetzt Mitglied der Thomson Derwent Group) ist der einzige Host, der ausschliesslich Patentdatenbanken anbietet. Allerdings ohne die Möglichkeit, Nicht-Patentinformation kreuz zu recherchieren, aber dafür mit umfangreichen Analysetools.

Sie sollten sich auch genau über den jeweiligen Abrechnungsmodus der Hosts informieren. Bei Dialog beispielsweise zahlt man eine Flatrate-Gebühr im Voraus, die nach einem Jahr verfällt, unabhängig davon, ob man den Zugang genutzt hat oder nicht. Unter Umständen ist die Flatrate auch keine echte Flatrate sondern eher eine gedeckelte Mindestabnahmemenge, d.h. wenn man den das „Flatrate“-Volumen übersteigt, zahlt man wieder zusätzlich. Also Vorsicht! Andere, wie STN Classic, kalkulieren die Datenbankgebrauchszeit zuzüglich Dokumentgebühren. Wieder andere, wie STN Easy, verlangen keine zeitabhängigen Gebühren, sondern dafür etwas höhere Dokumentgebühren. Meine Empfehlung für den Einstieg in hostbasierte Informationsrecherchen (vor allem im Kontext Life Sciences) wäre ‚STN Easy‘ (oder ein vergleichbares System eines anderen Anbieters), da dessen Suchoberfläche Anfänger leichter zu bedienen ist und die Kosten überschaubar. Sobald man sich mit dem System und seinen Grundfunktionen angefreundet hat, kann man dann schrittweise  auf die professionelle Suchoberfläche wechseln und sowohl bezüglich der Leitung als auch reduzierter Kosten noch mehr herausholen.

Wenn Sie nun abschliessend sagen sollten „nein, ich möchte noch nicht mal damit meine Zeit verbringen“, zum Beispiel, weil es nicht zu ihrer Kernaufgabe gehört, bleibt noch die Möglichkeit, einen professionellen Informationsrechercheur (Information Broker, Infobroker) zu konsultieren. Infobroker sind erfahrene Experten darin, Fachinformationen aus verschiedenen Quellen zuverlässig und effizient zu gewinnen. Die meisten dieser Spezialisten haben sich auf spezielle Branchen spezialisiert, und sind in Fachverbänden, wie der AIIP (Association of Independent Information Professionals) oder der deutschen DGI (Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis) organisiert.

In zukünftigen Posts gehe ich ein bisschen mehr auf die Vor- und Nachteile einzelner Datenbanken ein sowie auf erfolgreiche Recherchestrategien. Freuen Sie sich drauf!

Revidierte und übersetzte Version des Artikels „Identifying High-Quality Patent Information“, erstveröffentlicht im Juni 2004 durch Inside-Lifescience, ISSN 1610-0255.

Die Nadel im Heuhaufen

Informationssuche und -verwertung im Onlinezeitalter

Wissenschaftler und Unternehmer haben auf jeden Fall eine Sache gemeinsam. Der Erfolg ihrer Arbeit hängt ab von kompetenten und zuverlässigen Informationen. Und so sollte es beiden im Moment eigentlich sehr gut gehen, denn noch nie waren so viele Informationen verfügbar wie in der modernen Onlinewelt. Was jedoch tatsächlich folgt, ist ein großes und langes »Aber«.

Mit der Expansion des Internets, welches immer mehr Menschen und immer mehr Lebensbereiche erreicht, stehen uns rund um die Uhr an jedem Ort mit Onlinezugang schier unglaubliche Mengen an Informationen aller Themenbereiche zur Verfügung. Dazu kommen noch professionelle (und kostenpflichtige) Datenbankhosts wie beispielsweise DIALOG, DIMDI, FIZ Technik, GBI, Genios und STN. Von der steigenden Anzahl an Printpublikationen gar nicht zu reden.

Doch bei aller Begeisterung über die Informationsvielfalt darf nicht vergessen werden, daß die begleitende Informationsfülle viele Probleme verursacht. Die Menge an verfügbaren Informationen verlangt effektive Mechanismen zur Informationsfindung genauso wie zur Informationsverwaltung. War es früher ein mühseliges Unterfangen, überhaupt Informationen zu erlangen, so ist es heute eine Herausforderung, aus dem riesigen Pool vorhandener Informationen die relevanten herauszufiltern. Technische Hilfen gibt es zahlreiche, seien es umfangreiche Retrievalsprachen bei den Hosts (z.B. Messenger), oder in Form von algorithmischen Suchroutinen. Doch auch hierbei ist nicht immer klar, ob diese Funktionen – gerade bei ungeübter Anwendung – wirklich eine Hilfe sind. Jeder, der schon einmal an den Ergebnissen von AltaVista und Co. verzweifelt ist, weiß wovon die Rede ist.

Wo liegt die Lösung des Problems? Im Grunde gibt es drei Möglichkeiten:

  • die Nutzung der Dienste von Informationsvermittlern (Infobroker), die professionell und kompetent im Kundenauftrag recherchieren,
  • der Besuch von Weiterbildungskursen im Themenfeld Informationsbeschaffung und Datenbankbenutzung (z.B. für Retrievalsprachen),
  •  die Entwicklung persönlicher Suchstrategien.

Informationsvermittler sind Informationsprofis, die entweder als Mitglied einer unternehmensinternen Rechercheabteilung oder als unabhängige Dienstleister Informationen recherchieren, aufbereiten und präsentieren. Es handelt sich hierbei um einen Dienstleistungsbereich, der – obwohl er schon viele Jahre existiert – relativ unbekannt ist. Bei der Nutzung der Dienste eines Informationsvermittlers wird auf Seriosität und Professionalität geachtet, denn Information ist Vertrauenssache. Schließlich hängen gerade im unternehmerischen Bereich wichtige strategische Entscheidungen von den vorhandenen Informationen ab. Die Mitgliedschaft in einem der großen Fachverbände, der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) oder der Association of Independent Information Professionals (AIIP), ist zumindest ein guter Hinweis, daß man es mit einem zuverlässigen Partner zu tun hat. Diese Organisationen entwickeln verbindliche Verhaltenskodizes und Zertifizierungen für ihre Mitglieder.

Der Besuch von Weiterbildungskursen empfiehlt sich vor allem, wenn die bereits erwähnten Datenbankhosts genutzt werden sollen. Diese sind zwar inzwischen auch über WWW-Seiten zu erreichen und verfügen dort über Eingabemasken. Doch ermöglichen meist erst die komplexen Retrievalsprachen eine effiziente Suche.

Unabhängig von der genutzten Quelle ist die Etablierung persönlicher Suchstrategien eine Notwendigkeit, um erfolgreich recherchieren zu können. Dabei ist die eigentliche Suche, sprich die Benutzung der Informationsdatenbanken, das kleinste Teil. Eine Suchstrategie gliedert sich in vier Hauptstufen.

  1. Die Entwicklung einer Fragestellung. Die Grundlage jeder erfolgreichen Recherche. Was suche ich eigentlich? Das ist oft etwas ganz anderes, als man im ersten Moment ausformuliert. Meist soll am Ende eine Problemlösung stehen, und diese muß bewußt gemacht werden. Quasi als Nebenprodukt dieses Prozesses ergeben sich die Suchbegriffe, mit denen man später arbeiten will.
  2. Die Wahl der richtigen Quelle. Wo finde ich das, was ich suche, am Besten? Und mit welcher Quelle ist meine Suche am effektivsten? Manches findet sich schneller bei den Hosts, auch wenn es unter Umständen ein paar Mark kostet. Dies rechnet sich dann schnell, wenn man die Arbeitszeit von mehreren Stunden gegenüber stellt, die für eine Internetrecherche gleicher Qualität entstehen können. Die Schwierigkeit bei der Wahl der Quelle ist, die möglichen Quellen überhaupt zu kennen. Im Kasten ist eine kleine Auswahl verfügbarer Datenbanken im Bereich Biotechnologie zusammengestellt.
  3. Die Recherche. Bisher gibt es leider noch keine funktionierenden  intelligenten Recherchesysteme, die Ihnen die ganze Arbeit abnehmen – auch wenn das Gegenteil hartnäckig verbreitet wird. Eine erfolgreiche Suche setzt immer noch voraus, daß der Suchende die Techniken kennt und beherrscht, welche Suchfunktionen und Datenbanken zur Verfügung stellen. Und leider gibt es hierfür auch noch kein einheitliches System. Heißt: man ist unter Umständen von Suchroutine zu Suchroutine mit sehr unterschiedlichen Befehlssätzen konfrontiert, die aber – endlich auch einmal etwas positives – im Grunde immer sehr ähnlichen Gesetzmäßigkeiten folgen. Ein Beispiel wären logische Operatoren (AND, OR, NOT), die durch die Kombination von Begriffen eine höhere Spezifizität und Eingrenzung von Suchen erlauben.
  4. Die Auswertung der Rechercheergebnisse. Die Auswertung wird meist völlig unterschätzt und vernachlässigt. Dabei geht es nicht nur um eine reine Bestandsaufnahme, sondern auch um eine Bewertung der Quellen. Habe ich gefunden, was ich gesucht habe? Welche Quelle war effizient, welche weniger? Welche Quelle ist vertrauenswürdig, welche nicht? An diesem Punkt schadet auch eine kleine Rekapitulation der Rechercheprozedur nicht. Wieviel Zeit wurde investiert? Stehen Kosten und Nutzen in einer vernünftigen Relation? Wo lagen die Probleme bei der Recherche? Wo sind Defizite, was sollte etabliert werden?

Sind alle diese Hürden erfolgreich gemeistert, hat man den sicheren Hafen noch lange nicht erreicht. Es folgt die Aufgabe, ermittelte Informationen unternehmensintern bzw. in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Diese Thematik umreißt das Stichwort »Informationsmanagement«, worauf einzugehen, diesen Rahmen sprengen würde.

Ein Ende der Informationsschwemme ist kaum abzusehen. Aktuelle Entwicklungen scheinen diese Entwicklung nicht aufzuhalten, sondern noch zu fördern. Dabei sind moderne und zukunftsorientierte Unternehmen auf kompetente und zuverlässige Informationen angewiesen. Es sollte daher jede Möglichkeit genutzt werden, um die Recherche benötigter Informationen zu optimieren und damit Kosten zu reduzieren. Aber auch für Informationen gilt: Qualität gibt es selten umsonst.

Erstveröffentlicht im Juni 1999 durch BIOforum.

 

 

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Informationssuche und -verwertung im Onlinezeitalter