Die Schöpfer alternativer Fakten

Ich erinnere mich noch gut an einen vorpubertären Jungen, den ich einst darauf ansprach, warum er mit viel roher Gewalt einen Baum verletze, und der mich mit großen Augen ansah und mir versicherte, er sei das nicht gewesen … „Neeeiiiin, das war ich nicht!“ … während er ein mit Holzspänen verklebtes Beil in der Hand hielt, welches er kurz zuvor aus meinem Arbeitskeller stibitzt hatte.

Baum mit Kerbe + Junge mit Beil in der Hand + beide zur selben Zeit am selben Ort = … ! Nun ja, damals bekam ich eine sehr bodenständige Vorstellung von dem, was heute „alternative Fakten“ genannt wird.

Jahre später …

„Neeeiiin, ich habe keine Kombattanten auf die Krim geschickt und keine Waffen in die Ostukraine, mit denen ein niederländisches Flugzeug abgeschossen wurde!“

Wiederum wenig später …

„Neeeiiin, ich hatte die meisten Teilnehmer einer Präsidentenvereidigung ever!“

Irgendwie habe ich ein déja-vu …

 

Mancher auf diese Aussagen folgende Kommentar hörte sich nun so an, als wären Trump, Putin, Erdogan und manche Vertreter der AfD (die ich durch Namensnennung nicht unnötig aufwerten möchte), als seien diese die Schöpfer des Konzeptes „alternativer Fakten“.

Doch sie sind es nicht. Das Konzept ist ganz und gar nicht neu!

 

Die Wochenschaupropaganda über großartige Siege an der Ostfront, während zur selben Zeit eine ganze Heeresgruppe elendig verreckte, sind im kollektiven Gedächtnis bis heute präsent. Alt-Nazis und Neofaschisten schwärmen bis heute von der „tollen Zeit“ und dass „nicht alles schlecht war“. Da existiert 70(!) Jahre später und trotz intensiver Aufarbeitung und der Existenz Unmengen dokumentierter Echt-Fakten immer noch eine alternative Wahrnehmung.

Anderes Beispiel. Die glücklicherweise genauso  von der Geschichte geschluckten Stalinisten im alten Sowjetreich und der DDR lugen sich mit „alternativen Fakten“ eine komplette alternative Realität in die Tasche. Wesentliche Teile der Partei „DIE LINKE“ und andere Ewig-Gestrige tun das bis heute. Putin ist ein Kind der postfaktische Gesellschaft der UdSSR. Der proaktive agitierende Einsatz „alternativer Fakten“ gegen politische Gegner im Allgemeinen und den Westen im speziellen sind für ihn selbstverständlich. Er wurde darin ausgebildet und konditioniert.

Last not least noch ein Beispiel aus persönlichem Erleben, abseits der Weltgeschichte und im realen Alltag. Seit meiner Zeit als junger Biologiestudent muss ich mich in Sachen Gentechnologie mit Unmengen wirren Thesen,  „alternativen Fakten“ und Verschwörungstheorien von Greenpeace, BUND und anderen Lobbygruppen auseinandersetzen. Bis heute arbeiten diese überaus erfolgreich mit postfaktischen Mitteln.

„Alternative Fakten“ werden wahrscheinlich als politisches Instrument eingesetzt, seitdem es Menschen gibt. Das macht es nicht besser. Aber es auf Trump, Putin und Co. zu begrenzen, ist mir zu engstirnig.

 

„Alternative Fakten“ sind nicht neu und bei weitem kein Privileg von politisch Rechten und Narzissten. Allen gemeinsam sind ein unbedingter Wille zur Macht, die Rücksichtslosigkeit bei der Wahl der Mittel, eine Unterordnung der Realität unter die eigene Vorstellung, eine ungesunde Überbewertung des Bauchgefühls, die Unlust, sich selber zu hinterfragen, sowie eine offen zur Schau getragene Gleichgültigkeit gegenüber Fakten, Daten und der Realität.

Das Verhalten von Trump, Putin, Erdogan und auch einzelnen AfD Vertretern erinnert mich manchmal schon sehr an den kleinen Jungen, der damals mit großen Augen und einem frisch benutzen Beil in der Hand vor mir stand und mir versicherte, das wäre ja alles ganz anders gewesen.

Bitte mehr Gelassenheit

Und wieder einmal hat sie es geschafft. Mit einem doppeldeutigen Twitter-Tweet  erzeugt AfD-Grande Beatrix von Storch einen erwartbaren Entrüstungssturm „des Internets“ und eine respektable Medienpräsenz. Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag.

Ich verstehe nicht, warum von Storch und Konsorten immer wieder diese Aufmerksamkeit bekommen. Man nehme eine Prise wohlkalkulierte Provokation und schon springen alle wie der Hund nach dem Stöckchen.

Der Grundsatz, dass schlechte Presse besser ist als gar keine Presse, gilt gerade und vor allem für die AfD. Sie lebt davon. Sie braucht es wie der Junkie sein Dope. Nichtbeachtung wäre fatal für diese Partei.

Ja, ich finde die These durchaus plausibel, dass Medien und Presse sowohl durch den Umfang als auch die Art und Weise der journalistische Beachtung den Aufstieg der AfD gefördert haben.

Daher unterstütze ich Jan Böhmermanns Vorschlag, von Storch „einfach mal zu ignorieren“. Ich würde mir weniger vorhersehbare, aufgescheuchte und letztlich unterstützende mediale Beachtung wünschen.

Stattdessen etwas mehr entspannte Gelassenheit.

„Das Ende ist nah!!!“ – Schon wieder?

Vor einem Jahr hatte ich einen Blogpost zum Thema Griechenland und Europa geschrieben, und wie dort mit viel Pathos und Untergangsszenarien argumentiert wird.

Und wieder einmal ist es soweit.

Diesmal in der Flüchtlingsfrage. Wieder wird von den üblichen Protagonisten mit viel Pathos der Untergang der europäischen Zivilisation wenn nicht des gesamten Abendlandes beschworen. Beispiel: „Wenn Deutschland seine Grenzen schließt, ist Schengen am Ende! Und wenn Schengen am Ende ist, scheitert die Europäische Union!!“ Visionen von hunderttausenden im Stacheldraht gefangener Flüchtlinge, von neuen Balkankriegen, von einem in Chaos und Bürgerkrieg versinkenden Griechenland, von dem Zerfall des friedenssichernden europäischen Staatenbundes, und so weiter und so fort werden bemüht.

Das kann einem schon Angst machen.

Was bei Angstattacken hilft, ist kurz innehalten, durchzuatmen und die Behauptungen und deren Grundannahmen kurz zu überdenken.

 

„Wenn Deutschland die Grenzen schließt, scheitert Schengen!“

Ist das so? Die Einführung von – bis 1995 stinknormalen – Grenzkontrollen ist keine „Schließung der Grenzen“, hier fängt der Sprachmissbrauch schon an. Mehrere europäische Länder haben bereits Grenzkontrollen wieder eingeführt, in Übereinstimmung mit dem Schengener Abkommen. Das ist unbequem, aber der bequeme Weg ist selten der richtige. Und selbst wenn Deutschland, wenn sogar alle europäischen Staaten ihre Grenzen für eine begrenzte Zeit wieder ihre „Grenzen schließen“ würden, folgt daraus nicht zwangsläufig, dass die Freizügigkeit durch Schengen oder die EU am Ende wären. Interessanterweise hat auch niemand für diese Behauptung bisher eine echte plausible Begründung geliefert. Das ist eine reine Killerphrase.

„Wenn europäische Grenzen geschlossen werden, bricht der Binnenverkehr zusammen und die Logistikbranche leidet.“

Ist das so? Soweit ich mich erinnere (und ich bin ja nun noch nicht so alt), gab es auch vor Schengen einen durchaus regen europäischen Binnenhandel sowie bereits eine florierende Transportwirtschaft. Den Branchenlobbyisten sei das übliche Gejammer im Angesicht möglicher Unbequemlichkeiten gegönnt. Als gesamtpolitische Handlungsmaxime taugt es eher weniger.

„Grenzen sind heute ohnehin nicht mehr kontrollierbar.“

Ist das so? Nahezu die gesamte Riege an Fachleuten zum Thema widerspricht deutlich und vehement. Die Kontrolle der eigenen Grenzen ist eine Kernaufgabe jedes souveränen Staates. Und es gibt weltweit mehr funktionierende Beispiele als scheiternde. Grenzen sind kontrollierbar, und sie müssen kontrollierbar sein. Und überhaupt, was ist „heute“ anders als früher?

„Grenzen sind in Zeiten der Globalisierung ein Anachronismus.“

Ist das so? Wer sagt das? Was ist die Basis dieser Aussage? Was ist die Logik und Begründung dahinter? Digitale Webshops, der weltweite freie Handel? Schicke mal ein Päckchen Wurst von Deutschland in die Schweiz … Überraschung! Oder gibt es einen neuen grenzenlosen Globalstaat? Eine Weltregierung? Das wäre alles irgendwie an mir vorbei gegangen. Ich sehe nur, dass jeden Tag weltweit Grenzen verteidigt, verschoben und neu gezogen werden. Den evolutionären Sprung zur globalen Grenzlosigkeit sehe ich noch lange nicht. Ich bleibe da lieber mit den Füssen auf dem Boden.

„Die Flut an Flüchtlingen ist nicht beherrschbar!“

Ist das so? Ehrlich gesagt habe ich bisher noch nicht gesehen, dass es jemand ernsthaft probiert hätte. Übriges gibt es in der aktuellen ZEIT einen beachtenswerten Artikel zum Thema.

„Bei einer Grenzschließung stauen sich tausende verzweifelter Menschen an der Außengrenze?“

Ist das so? Als Schweden seine Grenzen für Flüchtlinge dicht machte, waren von den Tausenden, die vorher dort hinwanderten, innerhalb weniger Tage keiner mehr da. Von Ungarn gar nicht zu reden … aber das darf man nicht nennen, denn „Ungarn“ = Orban = böse böse. Da ist Schweden politisch viel korrekter. OK, vielleicht lassen sich sowohl Schweden als auch Ungarn nicht mit der von Deutschland oder der EU als Ganzes vergleichen. Vielleicht gäbe es am Anfang tatsächlich auch unschöne Fernsehbilder, die man aushalten müsste. Aber was mir wirklich nicht gefällt, ist die Annahme, die Flüchtlinge wäre nur eine uniforme, fremdbestimmte, von niederen Instinkten beziehungsweise simplen Bedürfnissen getriebene Masse. Das ist nicht so. Jeder Flüchtling folgt einer individuellen Logik der Hoffnung auf das Paradies. Diese Erwartungshaltung wird – für die große Masse – nicht erfüllt werden können. So oder so.

„Die Flüchtlinge an der Grenze abzuweisen wäre ungerecht und unmenschlich!“

Ist das so? Ist es nicht vielmehr ungerecht, alle Flüchtlinge gleichzustellen und gleich zu behandeln? Die Starken wie die Schwachen? Wirtschaftsflüchtlinge wie tatsächlich Schutzbedürftige? Nein, das momentane System des mehr oder weniger unkontrollierten Stroms bevorzugt die Starken und benachteiligt die Schwachen. Die momentane Situation ist ungerecht und unmenschlich.

„Jeder hat Anspruch auf Asyl … wenn wir das aufgeben, untergraben wir das Grundrecht auf Asyl!“

Ist das so? Nein, das ist selbstverständlich nicht so. Nicht jeder hat Anspruch auf Asyl. Das Asylrecht definiert mögliche Gründe für einen Asylanspruch sehr klar und eng umrissen. Wer das Asylrecht moralisch verbreitert und aushöhlt, dabei damit die gesellschaftliche Akzeptanz schwächt, der gefährdet das Grundrecht auf Asyl. Und jeder Asylbewerber ohne echten Anspruch bindet Ressourcen, die dann tatsächlich schutz- und hilfebedürftigen Asylbewerbern fehlen.

„Scheitert die EU bei der Flüchtlingspolitik, ist sie am Ende.“

Ist das so? Der Klassiker, das „Ende der EU“-Untergangsszenario. Inklusive der Unterstellung, ohne die EU würde Europa ins finstere Mittelalter zurück fallen. Wird die EU Flüchtlingspolitik scheitern? So wie es momentan aussieht, wahrscheinlich ja. Wird die EU daran zerbrechen? Vielleicht … ich denke aber eher nicht. Sie wird sich eher verändern, von einer überidealisierten EU hin zu einer nüchternen, ernüchterten, bodenständigeren Gemeinschaft. Selbst wenn die EU als Konstrukt eines Tages scheitern sollte – was ich weder denke noch mir wünsche – wäre das nicht das Ende der Zivilisation … sondern eine Chance, es neu anzugehen und beim zweiten Mal besser zu machen.

 

Ich komme zurück zum Anfang. Wieder einmal wird – vor allem von Europapolitikern – mit Angstmachen argumentiert und politisiert. Was bei mir die entscheidende Frage triggert, „Warum?“ Warum eigentlich? Warum muss man mit angstmachenden Katastrophenszenarien arbeiten und argumentieren? Weil man sonst keine überzeugenden Argumente hat?

Doch jede Keule nutzt sich irgendwann ab, jedes Totschlagargument wird früher oder später blass, jede Killerphrase stumpf. Was dann bleibt, erscheint tatsächlich sehr dünn.

Angst ist ein schlechter Ratgeber … und pathosschwangere Katastrophenszenarien ganz sicher kein Weg zu guten Lösungen.

Vorsicht bei Pathos

Schaut man zurück in die Weltgeschichte, dann fällt auf, dass Anführer immer dann mit besonders viel bedeutungsschwangerem Pathos argumentierten und schwadronierten … wenn sie keine echten Argumente hatten aber trotzdem zielstrebig die Massen auf ihre Seite ziehen wollten. Die dümmsten und fatalsten politischen Abenteuer wurden mit pathetischen Reden eingeleitet.

Deshalb lassen mich die pathos-schwangeren Argumentationen einiger führender europäischer Politiker in den letzten Wochen aufmerken. Folgte man Protagonisten wie Martin Schulz, Daniel Cohn-Bendit oder Jean-Claude Juncker, dann wäre ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone der Anfang des Endes der EU. Wenn nicht sogar der unwiderrufliche Untergang des Abendlandes.

Dabei werden großzügig die Mitgliedschaften in unterschiedlichen europäische Clustern miteinander gleichgesetzt. Dabei werden bewusst Pseudo-Zwangsläufigkeiten konstruiert. Dabei werden Irrtümer verbreitet, die Schulz und Co. offensichtlich sogar selber glauben, obwohl gerade sie es besser wissen müssten. Doch nichts ist gefährlicher als ein pathetischer Politiker, der sein aufgeblähtes Weltuntergangsgeschwafel selber glaubt.

Der erste Irrtum (oder besser Unsitte) ist, die EU mit Europa gleichzusetzen. Gehören die Schweiz und Norwegen nicht zu Europa, auch wenn sie keine EU-Mitglieder sind?

Der zweite Irrtum ist, die Euro-Zone mit der EU gleichzusetzen. Es gibt eine Reihe von EU-Staaten, die ohne Euro leben und deswegen weder ausgeschlossen sind noch sich so fühlen. Warum sollte eine Nicht-Euro-Mitgliedschaft Griechenlands zwangsläufig und grundsätzlich den Untergang oder das Ende der EU bedeuten (wie es wiederholt propagiert wurde) … während die Nicht-Euro-Mitgliedschaften von Großbritannien, Polen, Ungarn und Schweden ziemlich unaufgeregt daher kommen?

Der dritte Irrtum ist, einen Grexit zu verteufeln. Was soll das? Nochmal, es gibt eine Reihe anderer EU-Mitgliedern ohne Euro, und die brennen nicht im Höllenfeuer. Und es gibt einer Reihe respektabler Ökonomen, die plausibel und nachvollziehbar begründen können, dass ein Grexit weder das Ende Griechenlandes, noch der EU, noch der Welt wäre. Ganz im Gegenteil. Darüber hinaus ist das frühe kategorische Ausschließen einer Option ein Kardinalfehler bei Verhandlungen, ein absolutes No-Go, wie jeder weiß, der halbwegs professionelle Erfahrungen hat. Man schränkt sich von vornherein selber ein und nimmt einer kreativen Lösungsfindung Spielraum. Das ist eigentlich kleines 1×1 der Verhandlungsführung. Also, Setzen, 6!

Der vierte Irrtum ist, Ideale höher zu stellen als Vereinbarungen und Verträge. Das ist in der Geschichte schon wiederholt schief gegangen. Wie will man die Menschen in den Mitgliedsstaaten mitnehmen und ein Gefühl der Sicherheit geben, auf dem richtigen Weg zu sein, wenn getroffene Vereinbarungen nicht verlässlich gelten. Wenn pathetischer Idealismus jeden einseitigen Vertragsverstoß und egoistisches Verhalten einzelner Mitglieder entschuldigt? „Es geht doch um das große Ganze!“ Ja, klar. Nur besteht das idealistische „große Ganze“ aus lauter realen kleinen Steinen. Niemand will in einem Haus leben, das auf Sand gebaut ist, mag es noch so groß sein, noch so wunderschön angepinselt und noch so pathetisch beworben.

Jens Spahn sagte bei Anne Will ganz richtig, dass Europa realistischer werden müsse. Es habe berechtigterweise eine Zeit der „Pathos-Europäer“ gegeben. Diese sei nun aber langsam vorbei. (Video der Live-Sendung)

Nein, ich werde immer besonders vorsichtig sein, wenn mir Pathos begegnet. Er steht nicht für die Gestaltung der Zukunft, sondern für die Fehler der Vergangenheit. Pathos ist ein Warnsignal!

„Diese Bilder lügen“

Sehr lesenswertes Dossier in der aktuellen Ausgabe der ZEIT (#28, 9. Juli 2015) über tendenziöse Manipulationen von Pressefotos. Mit einer spannenden Auswahl an Beispielen … von gestellten Palästinensern bis zu Angela Merkels Schweißflecken.

Karneval in Wuppertal

Da schleichen 5-6 Nonames mit teilweise kriminellem Hintergrund in Müllabfuhrwesten mit Faschingsaufschriften einmal die Wupper hoch und runter … und bringen aus dem Stand den deutschen Medienzirkus zum hyperventilieren.

Berliner Zirkuspferde und politische TV-Kommentatoren verschaffen dabei den geltungssüchtigen Wirrköpfen eine so starke Medienpräsenz, wie es professionelle PR-Agenturen mit Riesenbudgets nicht schaffen. Von daher gehört den Faschingsfiguren durchaus eine gewisse Anerkennung für diese Leistung. Sie wussten scheinbar, auf welche Knöpfchen sie drückten mussten, um einen Medienhype auszulösen.

Aber ist das denn so? War das wirklich eine gezielte Medienaktion, wie die Initiatoren im Anschluß großspurig behaupteten? Oder war der Effekt eher zufällig ausgelöst? War es ein realer Testballon? Oder einfach nur eines von vielen Fake-Videos?

Wir werden es wohl nicht erfahren. Denn die selbst ernannten Hüter der Wahrheit und Aufklärung, also die „Qualitätsmedien“, haben sich gar nicht erst die Mühe von Recherche und Analyse gemacht, sondern sind direkt ohne Umweg in einen emotionalen Betroffenheitsmodus gefallen.

Interessant ist der selbstkritische Kommentar des Tagesschau-Korrespondenten Arnd Henze in seinem Bericht am 06.09. „Vielleicht wäre es klüger gewesen, man hätte die Reaktion auf die Provokation ganz unaufgeregt der örtlichen Polizei überlassen“. Diese hat übrigens sonst bei Faschingsumzügen auch alles sehr gut im Griff.

Spätsommerlicher Karneval in Wuppertal. Und nicht nur da …