Über Life-Hacks und Work-Hacks

„Live-Life-Hacks“ von Markus Rohwetter in der ZEIT #09 2017. Genial geschrieben, nichts hinzuzufügen, macht Spaß, zu lesen. Ich erlaube mir, zu zitieren …

Jede Zeit hat ihre Floskeln. Und wenn Sprachforscher die 2010er Jahre irgendwann einmal auf ihre Worthülsen hin untersuchen sollten, stoßen sie sicherlich auf Hacks. Inspiriert von der gesellschaftlichen Leitfigur des Hackers, umschreibt das Hacken eine Tätigkeit, die vorher noch nie getan wurde. Zumindest nicht so. Oder unter dieser Bezeichnung. Bei Life-Hacks zum Beispiel.

Man kann ein zerknittertes Sakko in den aufsteigenden Wasserdampf eines heißen Duschbades hängen, damit die Falten rausgehen. Das ist ein Life-Hack. Irre, oder? Hätte Großmutter das empfohlen, wäre ihr gut gemeinter Rat als „Omas Haushaltstipp“ belächelt und ignoriert worden. Als Life-Hack jedoch ist er sehr nützlich. Nicht zu verwechseln sind Life-Hacks übrigens mit Live-Hacks, wo Hacker live, also in Echtzeit, etwas hacken. Live-Life-Hacks sind durchaus möglich. Wenn Sie zum Beispiel einem Hacker zuschauen, der genau in diesem Moment sein zerknittertes Sakko in eine Dusche hängt, dann ist das einer. Ja, die Zeiten sind aufregend.

Natürlich gibt es noch viele andere Hacks. Über Work-Hacks werden sogar schon Bücher geschrieben. Man kann im Büro bunte Post-its mit seinen Gedanken vollschreiben und an die Wand kleben. Oder sich mit den Kollegen kurz im Stehen besprechen, statt sich hinzusetzen. Work-Hacks setzen disruptive Energien frei und erschließen Kreativitätspotenzial.

Dass zur guten Arbeit gutes Essen gehört, hat sich auch herumgesprochen und ist ebenfalls ein Work-Hack. Und natürlich regieren auch in Küchen und Kantinen längst die Hacker. Nicht jene Menschen, die das Betriebssystem eines Thermomix tunen können. Sondern Leute, die wissen, wie man Blätterteig macht. Wahnsinn. Ein Food-Hack der Premiumklasse. Ebenso wie der, dass man ein Dutzend Marshmallows gleichzeitig grillen kann, wenn man sie auf die Spitzen einer Laubharke steckt. What a time to be alive.

Markus Rohwetter, DIE ZEIT, Ausgabe 9/2017 v. 23.02.2017

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Kurzgebratenes zur Causa Böhmermann

Ja, ja, OK … ist momentan en vogue sich mit Herrn Böhmermann zu solidarisieren bzw. gegen Herrn Erdoğan zu positionieren.

Daher ist das hier jetzt vielleicht ein bisschen Me2 … doch es ist mir wichtig, und deshalb will ich es zumindest einmal gesagt haben.

Ging  Böhmermanns Gedicht zu weit? Ja!

Muss man das als grosser, starker Mann aushalten können? Ja sicher! Getreu dem Spruch: Was juckt es eine starke Eiche, wenn eine Sau sich daran wetzt.

Doch der „arme Herr Erdoğan“ – eine Runde Mitleid bitte!* – ist wohl eher mehr Zitterpappel als Eiche.

Nein, klare Ansage von mir: „I disapprove of what you say [Böhmernann], but I will defend to the death your right to say it.“ (Evelyn Beatrice Hall)

 

Kleiner Nebenkriegsschauplatz … aus dem Offenen Brief von Matthias Döpfner in der Welt vom 10.04.2016 zitieren:

„Sobald es gegen die katholische Kirche geht, ist das Lachen des Justemilieu programmiert. Es kann gar nicht respektlos und verletzend genug sein. […] Beim türkischen Präsidenten ist das anders.“

Ich selber habe sogar einst Dirk Bach als fernsehtaugliche Gott-„Parodie“ ertragen müssen … wie witzig!* … Schenkelklopfer!* Das Bild kriege ich bis heute nicht aus dem Kopf!!!


* Achtung Satire!

 

Links

Echte Zombies

Gerade gefunden 😉 …

Moderne Apple Zombies

Moderne Zombies by Wulff & Morgenthaler

http://www.wulffmorgenthaler.de/strip/2013/07/31