Ankauf gestohlener schweizerischer Bankdaten

Wer versteht das denn noch?

Bei jedem Versuch, einen Mafioso abzuhören oder Anschlagspläne von den Computern Terrorverdächtiger zu kopieren, wird ein Tanz um das hohe Gut der Datensicherheit und informatorischen Selbstbestimmung veranstaltet. Selbst gegen Google Streetview gibt es nahezu eine Volksaufstand.

Aber um an die Finanzdaten hunderter von Bundesbürgern zu kommen, wird mal eben schnell Hehlerware erworben, die angeblich enthüllen soll, aber offensichtlich doch nur zur banalen Selbstbereicherung mit krimineller Energie beschafft wurden.

Und alle schreien ‚Hurra‘!

Denn wie so oft wird gerne und schnell mit dem Finger auf irgendwelche „Grosskopferten“ gezeigt. Aber es ist doch eine Illusion zu glauben, dass  gestohlenen Daten nicht auch Bankkontoinformationen aller Einkommensklassen enthalten. Vielleicht sind wir abgestumpft, weil der Fiskus ohnehin schon direkten Zugriff auf Michels deutsche Bankkonten hat. Heiligt der Zweck wirklich immer die Mittel? Und warum fragt keiner nach den Ursachen, fragt sich keiner, warum es nicht wenige Deutsche mit ihren Guthaben ins Ausland treibt?

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Aufreger schweizerisches Minarettverbot

Ende 2009 tobte mal wieder ein Sturm durch den deutschen Blätterwald. Entrüstung allenthalben. Die Schweiz hatte mal wieder basisdemokratisch zugeschlagen. So viel Demokratie wurde dann selbst manchem selbsternannten Kontrolleur der demokratischen Institutionen zu viel.

Doch, die schweizerische Mehrheit für ein Minarettverbot alleine durch Islamophobie zu erklären, ist mir ein bisschen zu einfach. Politiker europaweit inklusive der üblichen Berufsbetroffenen lamentierten über das Abstimmungsergebnis. Sie verfielen teilweise sogar in Beleidigungen gegenüber den schweizerischen Nachbarn, vor allem um einer Stimmung in der arabischen Welt entgegen zu kommen, die eigentlich immer nur zwischen tiefem beleidigt-sein und direkter körperlicher Bedrohung von Menschen schwankt.

Ich stutze. Lamenti aus einer arabischen Staatenwelt wurden akzeptiert, in der die propagierte freie Religionsausübung und demokratische Beteiligung – wie wir und die Schweizer sie kennen – nur eine Farce sind. Oft noch nicht einmal das. Nein, wer von anderen fordert, was er selber nicht zu leisten bereit ist, der ist weder integer noch glaubwürdig. In der Schweiz und den EU Staaten sind Moscheen und der Neubau von Moscheen selbstverständlicher Alltag. Man versuche mal, in den meisten arabischen Ländern oder der Türkei eine Kirche zu eröffnen … auch ohne Kirchturm. Nein, Mitteleuropa ist hier schon lange in keiner Vorleistungspflicht mehr. Doch ich schweife ab.

Das entscheidende ist: bei dem schweizerischen Minarettverbot handelte sich um eine selbstbestimmte, demokratische Entscheidung, und die galt und gilt es zu respektieren. Hier zeigt sich, wie viel uns die oft beschworene Demokratie wirklich wert ist. Vor allem dann, wenn sich der Demos einmal unbequem äußert. Der Umgang von Teilen der Presse damit stimmt mich jedoch eher sorgenvoll nachdenklich.