Mein Motto für 2017

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer.

Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Flieger und Schriftsteller


 

Ich weiß, nicht jeder sieht dieses Motto positiv.

Selbstredend reicht Sehnsucht alleine nicht.

Natürlich braucht es gutes Holz, vernünftiges Werkzeug, eine klare Aufgabenverteilung, einen Plan und vieles mehr.

Und ja, auch ich kenne leider mehr als genug Heißluftpistolen in Führungsverantwortung, die zwar tolle Visionen (= Sehnsüchte) beitragen … aber das war es dann auch schon.

 

Mit geht es darum, dass es mir selber leider immer wieder passiert, mich im Alltag von strategischen oder projektbezogenen Planungen im ‚Klein-klein‘ zu verlieren, und das sogenannte „Große Ganze“ aus dem Blick zu verlieren.

Aber es ist sehr wichtig, dieses „Große Ganze“. Es ist das eigentliche Ziel. Nicht die Einhaltung des Projektplanes oder von KPIs, das sind nur Baustoffe und Werkzeuge. Aber sie werden im Alltag leider oft zum Selbstzweck. Doch nicht das Holz ist das Ziel, auch nicht das Schiff. Das Ziel ist die Möglichkeit auf und über das Meer zu fahren.

Es geht um Motivation. Darum, Menschen, Mitarbeiter, Kollegen, mitzunehmen. Sie nicht einfach Aufgaben erledigen zu lassen, sondern sie aktiv an einer spannenden, vielversprechenden und gemeinsamen Sache zu beteiligen.

Die „Sehnsucht“ von der Saint-Exupéry spricht, steht für mich für (Vor)Freude, Begeisterung und Identifikation. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese „Sehnsucht“ es schafft, gemeinsam nicht nur die notwendigen Aufgaben zu erledigen …

… sondern eine ausgezeichnete Leistung und echte Innovation abzuliefern. Mehr als es die beste Projektplanung je könnte.

 

 

Meine Arbeitseinstellung

Vor kurzem bekam ich von einem neuen Vorgesetzten ein nettes Lob. Er habe von vielen Leuten schon viel Gutes über mich gehört. Das ist doch mal ein guter Start in eine neue Zusammenarbeit! Fühlt sich gut an … und irgendwie nach“viral marketing“. 😉

Das Erlebnis hat mich aber auch ins Nachdenken gebracht, was Kollegen dazu bringen könnte, sich wertschätzend über mich zu äußern. Hat meine berufliche Grundeinstellung etwas damit zu tun?

 

1. Tu es richtig, oder lass es bleiben.

Alte Pfadfinderkrankheit. Ich versuche immer alles zu geben und so gut wie mir möglich zu erledigen. Ich möchte das was ich tue richtig tun, nicht halb. Vom kleinsten Task bis zur großen Strategieentwicklung. Das ist eine meiner Quellen der Zufriedenheit.

 

2. Tu etwas für Andere.

Ich unterstütze ganz bewusst und aktiv Kollegen. Gerne auch kurzfristig oder spontan, wenn es nötig ist. Das liegt nicht daran, dass ich sonst nichts zu tun  hätte. Ganz im Gegenteil. Es braucht dabei sicher auch eine gesunde Balance mit den eigenen Verpflichtungen. Und manchmal geht es auch nicht sofort jetzt gleich. Doch wenn ich merke, dass echte Not am Mann (oder der Frau) ist, versuche ich es mir einzurichten, und möglichst zeitnah zu unterstützen. In meiner persönlichen Aufwand-Nutzen-Bilanz schneidet das deutlich positiv ab. Denn, „together we achieve more.“

 

3. Mach‘ das Leben nicht komplizierter als es ohnehin schon ist.

Ich sehe keinen Sinn oder Mehrwert darin, Dinge zu komplizieren. Kostet nur Zeit, Nerven und Produktivität. Also strebe ich möglichst einfache, pragmatische, konstruktive und – wenn möglich – gemeinsame Lösungen an. Und ich bin bereit, mich auf sinnvolle Lösungsvorschläge von Kollegen einzulassen, auch wenn ich selber vielleicht eine andere Idee habe. Viele Wege führen nach Rom! Klar widerspreche ich auch einmal oder kämpfe für die eigene Idee, wenn es mir inhaltlich notwendig erscheint. Aber ansonsten sehe ich keinen Grund, Anderen ohne substanziellen Mehrwert das (berufliche) Leben schwerer zu machen.

 

4. Schätze andere wert.

Ich habe Kollegen immer schon gerne positives Feedback gegeben. Untergebenen, Gleichgestellten  und Vorgesetzten. Es ist total schön, zuzuschauen, was dann mit dem Menschen passiert. Probieren Sie es einmal! Kein Schleimen … einfach nur sagen, wenn man ehrlich der Meinung ist, dass jemand etwas gut gemacht hat oder etwas gut gelaufen ist. Weitere Möglichkeiten, seine Wertschätzung zu zeigen sind, das man Andere nicht warten lässt (beispielsweise bei Meetings), sich offen auf Vorschläge und Ideen einlässt und für das andere Teammitglied da ist, wenn er oder sie einmal kurzfristig Unterstützung braucht. Das tolle ist: je mehr (ehrliche und ehrlich empfundene) Wertschätzung man gibt, desto mehr bekommt man selber zurück.

 

5. Nimm Dich selber nicht zu ernst.

Ja wie jetzt? Da schreib ich „nimm Dich selber nicht zu ernst“ in einem Artikel über mein ach so tolles Arbeitsethos. Was sich nach leichter Persönlichkeitsstörung anhört, hat für mich einen sehr hohen Stellenwert. Ich finde es gut und wichtig, sich selbst mit einem kleinen Augenzwinkern zu betrachten. Ich finde nichts selbstdemontierender, als jemand, der verbissen auftritt und nicht fähig ist, auch einmal über sich selbst und eigene Fehler zu lachen. Selbstironie hilft, mit den Füssen auf dem Boden zu bleiben … und im Team eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Und offen gesagt hat mir bisher noch nie ein anderes Teammitglied gesagt, ich würde zu oft Schmunzeln oder Lachen.